Lambrecht rechnet mit Spitzenkandidatur von Faeser in Hessen

20.05.2022 Seit ihrem Wechsel nach Berlin kursiert das Gerücht, Faeser werde ihr Amt als Bundesinnenministerin vorzeitig abgeben. Ziel der SPD-Politikerin sei, 2023 Regierungschefin in Hessen zu werden. Bestätigt hat sie das nie. Dafür äußert sich nun eine Parteifreundin.

Nancy Faeser (SPD), Bundesministerin des Innern und Heimat. © Soeren Stache/dpa

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) rechnet mit einer Spitzenkandidatur von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bei der kommenden Landtagswahl in Hessen. «Ich setze darauf, dass Nancy Faeser nicht nur Spitzenkandidatin wird, sondern auch die erste Ministerpräsidentin in Hessen», sagte sie im Interview mit dem Nachrichtenportal «t-online».

Lambrecht war während der Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP als mögliche Bundesinnenministerin gehandelt worden. Diesen Posten besetzte dann aber ihre Parteifreundin Nancy Faeser, Lambrecht übernahm das Verteidigungsressort. Faeser, die zuvor Oppositionsführerin in Hessen war, wurde am 7. Mai als hessische SPD-Landesvorsitzende wiedergewählt. Im Herbst 2023 wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt.

Faeser selbst hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass die Frage der Spitzenkandidatur in Hessen erst im kommenden Jahr beantwortet werde. «Die Bundesinnenministerin führt ihr Amt mit voller Kraft und hat keine Absicht daran etwas zu ändern», sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag auf Anfrage. «Sie arbeitet konsequent daran, die innere Sicherheit in Deutschland zu schützen und die ambitionierte Innen- und Migrationspolitik der Ampel-Koalition umzusetzen», fügte er hinzu. Faeser habe wiederholt darauf hingewiesen, «dass sich andere Fragen nicht stellen».

In Koalitionskreisen sorgte die Äußerung Lambrechts zu den Zukunftsplänen von Faeser dem Vernehmen nach für Verwunderung. Aus der Opposition kam Kritik. «Der Sach- und Fachpolitik schadet es in jedem Fall, wenn man hier so früh einen Wechsel vollzieht», sagte die Linke-Innenpolitikerin Clara Bünger. Hier fehle offensichtlich der politische Wille für die «strukturellen Änderungen» im Bundesinnenministerium, ohne die eine effektive Bekämpfung des Rechtsextremismus und Verbesserungen im Asylrecht nicht erreicht werden könnten.

«Frau Lambrecht erklärt Frau Faeser nun endgültig zu einer Ministerin auf Abruf», sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU). Eine Bundesinnenministerin auf Abruf könne sich Deutschland aber angesichts der vielen Krisen und Herausforderungen nicht leisten. Das Amt erfordere vollen Einsatz. Throm fügte hinzu: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass Frau Lambrecht als gescheiterte Verteidigungsministerin ihre Nachfolge antritt - das Bundesinnenministerium ist ja keine Resterampe.»

Lambrecht steht schon länger in der Kritik, zuletzt wegen des Mitflugs ihres Sohnes in einem Regierungshubschrauber.

© dpa

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Borussia Dortmund: Hummels voller Tatendrang: «Ich habe mir viel vorgenommen»

Gesundheit

Keine kostenlosen Tests mehr: So verwenden Sie Corona-Selbsttests richtig

Tv & kino

Filmproduzentin: Broccoli kündigt «Neuerfindung» von James Bond an

Tv & kino

Featured: Obi-Wan Kenobi Staffel 2: Das ist die Bedingung für die Fortsetzung

Auto news

Kompaktmodell: Neue Elektrobaureihe: Citroën kündigt SUV-Coupé e-C4 X an

Games news

Bestechende Visualisierung : «Trek to Yomi»: Wie ein Samurai im Abenteuerfilm

Das beste netz deutschlands

Featured: Instagram: Untertitel einschalten und deaktivieren – So geht’s

Das beste netz deutschlands

Für Notizen, Termine und Co.: Huaweis E-Ink-Tablet will Papier sein

Empfehlungen der Redaktion

Inland

Bundesregierung: Faeser: «Ich bin mit voller Kraft Innenministerin»

Inland

Trendbarometer: Umfrage: Knappe Mehrheit für schwere Waffen für Ukraine

Inland

Lambrecht zum Antrittsbesuch bei Luftwaffe: «geflasht»

Regional hessen

Parteitag: Hessens SPD-Chefin Faeser mit 94,3 Prozent im Amt bestätigt

Inland

Umfrage: Baerbock gewinnt durch Krisenmanagement an Zustimmung

Inland

Russicher Angriffskrieg: Kanzler Scholz erkennt keinen Sinneswandel bei Putin

Regional hessen

Parteien: SPD wählt neuen Landesvorstand: Faeser will Chefin bleiben

Inland

Verteidigung: Lambrecht: Muss mich wegen Kritik nicht rechtfertigen