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Kommunen gehen die Helfer für Geflüchtete aus

Die Städte und Gemeinden in Hessen haben alle Hände voll damit zu tun, Geflüchtete unterzubringen und zu integrieren. Neben dem Wohnraummangel wird ein weiteres Problem immer drängender.
Geflüchtete in der Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) in Gießen
Geflüchtete warten in der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen. © Boris Roessler/dpa/Archivbild

In zahlreichen hessischen Kommunen fehlt es nicht nur an Wohnraum für Geflüchtete, sondern zunehmend auch an Helfern. Derzeit zeige sich, dass die ehrenamtlichen Helferkreise, die sich nach dem russischen Überfall auf die Ukraine in vielen Städten und Gemeinden gebildet oder noch verstärkt hatten, auf Dauer nicht durchhielten, sagte der Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, David Rauber, der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Hauptamtliches Personal sei zudem schon vorher nur schwer zu gewinnen gewesen. «Auch deshalb wäre es wichtig, dass weniger Menschen nach Hessen kommen, damit wir uns um diese dann auch gescheit kümmern können», so Rauber.

Laut Koalitionsvertrag wollen CDU und SPD in Hessen, dass künftig nur noch Geflüchtete mit Bleibeperspektive an die Kommunen zugewiesen werden. «Die spannende Frage wird sein: Was genau ist unter dieser Bleibeperspektive zu verstehen und wie lässt sich das umsetzen», sagte Rauber. Der Gedanke sei zwar grundsätzlich richtig und greife auch eine kommunale Forderung auf, dass die begrenzten Integrationsmöglichkeiten nur denjenigen Geflüchteten zukommen sollen, die auch bleiben könnten. Doch müssten dann beispielsweise mehr Plätze in landeseigenen Einrichtungen geschaffen werden, so Rauber.

Derzeit sei die Situation mit Blick auf die Geflüchteten in vielen Kommunen sehr angespannt. Viele der Menschen, die 2015 und 2016 während der Flüchtlingskrise kamen, lebten nach wie vor in Sammelunterkünften und hätten wegen des ohnehin bestehenden Wohnungsmangels kaum Chancen auf einen Wechsel in andere Wohnungen. Deshalb müsse vielerorts auch mit Provisorien gearbeitet werden - von Wohncontainern über eine Unterbringung in Hotels bis hin zur Nutzung von Turnhallen - obwohl gerade letztere Lösungen eigentlich vermieden werden sollten, wie Rauber sagte.

Auch wenn die Zahl der Schutzsuchenden bei der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen in Gießen nach einer Hochphase bis September/Oktober zuletzt etwas nachgab, geht Rauber nicht davon aus, dass dauerhaft weniger Geflüchtete ins Bundesland kommen werden. «Wir kommen ja von einem sehr, sehr hohen Niveau.» Die Erfahrung auch in den Vorjahren habe gezeigt, dass die Zahlen im Herbst jeweils stark zunähmen und nach einem Rückgang über den Winter dann auch wieder stiegen, wenn Krisen sich wieder zuspitzten.

© dpa
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