Neue Brücke, zusätzliche Gleise: Bahnprojekt geht weiter

Pünktlichere Züge, weniger Engpässe: Ein zentraler Knoten der Bahn in Frankfurt soll in Zukunft weit über die Region hinaus Vorteile bringen. Doch zunächst kann das Bauprojekt auch Einschnitte für Bahnfahrer bedeuten.
Ein Zug fährt über die Main-Neckar-Brücke. © Andreas Arnold/dpa

In Frankfurt geht ein großes Bauprojekt der Deutschen Bahn in die nächste Runde, das auch bundesweit zu weniger Verspätungen führen soll. So wurde am Donnerstag die zweite Bauphase für den «Knoten Frankfurt-Stadion» eingeläutet. «Sechs statt bislang vier Gleise und eine neue Mainbrücke schaffen Platz für rund 40 Prozent mehr Züge im Zulauf auf den Hauptbahnhof», sagte Bahn-Infrastrukturvorstand Berthold Huber beim Spatenstich.

Durch den geplanten Knoten können die S-Bahn sowie der Fern- und Regionalverkehr, die sich bislang mitunter blockieren, künftig getrennt voneinander fahren. Knut Ringat, Chef des Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) sprach von einem «ersten großen Befreiungsschlag». So sollen dank des dreistufigen Bauprojekts Zulaufstrecken zum Hauptbahnhof ausgebaut und Engpässe vermieden werden.

Insgesamt investieren Bahn, Bund und das Land Hessen laut der Angaben rund 440 Millionen Euro in das Projekt. «Der Investitionsstau auf der Schiene ist täglich spürbar, aber er wird jetzt endlich abgebaut», sagte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Bis 2029 sollen zwischen Bahnhof Stadion und dem Hauptbahnhof zwei zusätzliche Gleise für den Fernverkehr entstehen. Zudem baut die DB sieben Brücken aus oder komplett neu – darunter eine zusätzliche Eisenbahnbrücke, die zweigleisig über den Main führt.

Die erste Baustufe ist seit Anfang 2015 abgeschlossen. In der nun beginnenden zweiten Phase folgt der Streckenausbau zwischen Frankfurt-Stadion und dem Hauptbahnhof und in einer dritten Stufe der Ausbau zwischen Frankfurt-Stadion und Zeppelinheim.

Und was bedeuten die Baumaßnahmen für die Bahnfahrer? Es gebe auch Einschränkungen, da könne man nicht drumherum reden, sagte Huber. Aber es seien viele Voraussetzungen geschaffen worden, «dass die Behinderungen während der Baustelle beherrschbar bleiben». Vor allem müssten sich die Fahrgäste an wechselnde An- und Abfahrtzeiten der Züge gewöhnen, «weil wir unterschiedliche Bauzustände haben und deswegen unterschiedliche Fahrpläne».

Der «Knoten Frankfurt-Stadion» ist eines der Bauvorhaben für das bundesweite Projekt Deutschlandtakt. Damit soll der Fernverkehr zwischen den großen Metropolregionen enger getaktet werden. Zudem sollen Fern- und Regionalverkehr besser aufeinander abgestimmt sein, sodass Bahnfahren auch in der Fläche attraktiver wird.

In Hessen laufen derzeit mehrere Großprojekte, die den Ausbau des Schienennetzes vorantreiben. Für 2023 die Fertigstellung der ersten Baustufe des Gleisausbaus an der Strecke der S6 von Frankfurt nach Friedberg geplant. Ein weiteres Projekt ist die Nordmainische S-Bahn, die die östliche Innenstadt Frankfurts, Maintal sowie westliche Stadtteile Hanaus direkt an das S-Bahn-Netz Rhein-Main anschließt. Ab 2030 sollen zudem die Neubaustrecken Frankfurt–Mannheim sowie Gelnhausen-Fulda fertiggestellt werden.

© dpa
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