Neubauer trifft Sewing: Kritik an Krediten für Öl-Branche

Fridays for Future wirft der Deutschen Bank vor, nicht genug gegen den Klimawandel zu tun. In der Kritik stehen auch Kredite für den Energieriesen Totalenergies, der eine neue Öl-Pipeline in Uganda baut. Nun hat sich die Aktivistin Luisa Neubauer mit Bankchef Christian Sewing getroffen.
Die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer gibt ein Pressestatement ab. © Boris Roessler/dpa

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat der Deutschen Bank vorgeworfen, weiter umweltschädliche Geschäfte mit fossilen Energien zu finanzieren. «Mächtige Unternehmen wie die Deutsche Bank müssen sich aus fossilen Investments zurückziehen», sagte Neubauer von der Umweltbewegung Fridays for Future am Dienstag in Frankfurt. Es brauche «harte Entscheidungen» gegen fossile Investments, forderte sie vor der Zentrale der Deutschen Bank. Zuvor hatte es ein Treffen zwischen Neubauer und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gegeben, das vertraulich gehalten wurde.

Fridays for Future kritisiert schon länger ein milliardenschweres Projekt zur Förderung von Erdöl in Uganda und Tansania unter Beteiligung des französischen Energiekonzerns Totalenergies, das Anfang Februar gestartet ist. In der neuen, 1445 Kilometer langen EACOP-Pipeline soll Erdöl von Feldern nahe des Albertsees im Westen Ugandas durch Tansania bis zum Indischen Ozean gebracht und vom tansanischen Hafen Tanga verschifft werden. Umweltschützer warnten vor einer Verschmutzung ugandischer Seen und der Zerstörung von Lebensräumen seltener Tierarten. Die Klimaaktivistin Evelyn Acham aus Uganda, die bei dem Treffen mit Sewing ebenfalls dabei war, ergänzte, Öl-Projekte forderten in ihrer Heimat viele Menschenleben.

Neubauer hatte Sewing schon auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank im Mai vorgeworfen, indirekt «olympiareifes Greenwashing» zu betreiben. Er wolle Teil der Lösung sein, doch das Geldhaus habe seit dem Pariser Klima-Abkommen 2015 Kredite im Wert von 1,8 Milliarden Dollar an Totalenergies vergeben. Immer mehr Banken zögen sich aus dem fossilen Geschäft zurück, die Deutsche Bank tue das bisher fast gar nicht.

Neubauer forderte am Dienstag den Konzern erneut auf, die Finanzierung von Totalenergies zu beenden und sich offiziell von der EACOP-Pipeline zu distanzieren. Berichten zufolge ist die Deutsche Bank nicht an der Finanzierung beteiligt. Die Deutsche Bank kommentierte das am Dienstag nicht. Das Institut erklärte, man äußere sich nicht zu einzelnen Kundenbeziehungen. Das Gespräch zwischen Neubauer und Sewing sei konstruktiv und eindrücklich gewesen.

Zu Greenwashing-Vorwürfen sagte ein Sprecher, die Deutsche Bank sei transparent. Der Dax-Konzern habe im März erstmals Details zum CO2-Fußabdruck seiner Unternehmenskredite veröffentlicht und diese auf 30,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente Ende 2021 beziffert. Das Geldhaus will bis 2050 die CO2-Emissionen auf netto null senken. Ein Sprecher verwies darauf, dass die Deutsche Bank bei der Finanzierung CO2-intensiver Branchen viel weniger engagiert sei als Konkurrenten.

© dpa
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