Hinz und Klose kündigen Abschied aus Landespolitik an

Priska Hinz und Kai Klose sind zwei Urgesteine der hessischen Grünen. Nun kündigen die beiden ihren Abschied aus der Landespolitik im kommenden Jahr an. Neue Ziele haben sie schon - abseits des Parlaments und ihrer Ministerien.
Priska Hinz spricht bei der Verkündung über die Erweiterung des Nationalpark Kellerwald-Edersee. © Swen Pförtner/dpa/Archivbild

Die Grünen im hessischen Landtag müssen nach der Landtagswahl im kommenden Jahr auf zwei prominente Politiker mit Regierungserfahrung verzichten. Umweltministerin Priska Hinz und Sozialminister Kai Klose kündigten am Freitag in einem Brief an die Parteimitglieder an, «nach reiflicher Übelegung» nicht mehr als Abgeordnete zu kandidieren.

Derzeit regiert in Hessen ein schwarz-grünes Regierungsbündnis. Ob CDU und Grüne ihre Zusammenarbeit fortsetzen können und wollen, wird erst nach der Wahl feststehen, die voraussichtlich im Herbst 2023 stattfinden wird. Ein genaues Datum ist bislang nicht bekannt.

Ohne ein Landtagsmandat übernimmt bei den Grünen üblicherweise niemand ein Regierungsamt. Doch Hinz und Klose kündigten ohnehin ihren Abschied aus der Landespolitik ein. «Nach vier Jahrzehnten aktiver grüner Politik möchte ich mehr selbstbestimmte Zeit für meine Familie und vor allem meine Enkelkinder, aber auch meine eigenen Hobbys haben», wurde Priska Hinz in dem Brief an die Mitglieder zitiert. Die 63-Jährige ist seit 2014 Ministerin in Hessen für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Auch Kai Klose, seit 2019 Landesminister für Soziales und Integration und damit zuletzt auch mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie beschäftigt, will sich beruflich neu orientieren: «Nach den langen Jahren in der Politik ist es für mich an der Zeit, den Blickwinkel zu ändern, ein neues Kapitel aufzuschlagen und gespannt darauf zu sein, wohin der Weg mich führt», schreibt der 48-Jährige.

Hinz und Klose werden bis zum Ende der Wahlperiode in ihren Ämtern bleiben und auch ihre Mandate behalten. «Beide arbeiten wir selbstverständlich weiterhin mit aller Kraft und bis zum Ende der Legislaturperiode an der Verwirklichung unserer grünen Ziele und für eine möglichst gute Ausgangslage bei dieser wichtigen Landtagswahl», schreiben sie.

Die Grünen-Parteispitze reagierte mit Bedauern auf die Entscheidung von Hinz und Klose. «Wer wie die beiden Politik mit vollem Einsatz und voller Leidenschaft betreibt, muss viele andere Bereiche des Lebens hinten anstellen», sagten die Landesvorsitzenden Sigrid Erfurth und Sebastian Schaub sowie Landtagsfraktionschef Mathias Wagner. «Politik ist aber nicht alles im Leben. Daher haben beide unseren Respekt dafür, dass sie ab 2024 ihre Prioritäten anders setzen wollen.»

Auch Regierungschef Boris Rhein (CDU) erklärte, dass er Hinz und Klose sehr schätze und gerne mit ihnen zusammenarbeite. «Man muss diese persönliche Entscheidung respektieren. Politik ist immer eine Angelegenheit auf Zeit. Die schwarz-grüne Koalition wird weiter sehr konstruktiv zusammenarbeiten. Wir haben noch viel vor.»

Die Grünen sind seit 2014 in Hessen Bündnispartner der CDU. Weitere Grünen-Minister in der Koalition sind Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir sowie Wissenschaftsministerin Angela Dorn.

© dpa
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