Mutter und Lebensgefährtin als Zeugen gegen Franco A. aus

30.05.2022 Im Prozess wegen Terrorverdachts gegen den Bundeswehroffizier Franco A. hat dessen Mutter als Zeugin ausgesagt. Die 60-Jährige sagte am Montag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt, ihr Sohn sei nie gewaltbereit oder aggressiv gewesen und habe sich ihres Wissens nach nicht für Nationalsozialismus interessiert. Er sei immer offen für alles gewesen. Anschlagsplanungen könne sie sich bei ihm nicht vorstellen. Sie selbst interessiere sich allerdings nicht für Politik und habe sich mit ihrem Sohn auch nicht näher darüber ausgetauscht.

Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Die Bundesanwaltschaft wirft Franco A. vor, Anschläge auf Politiker geplant zu haben. Der derzeit vom Dienst freigestellte Bundeswehrsoldat legte sich zudem eine falsche Identität als syrischer Flüchtling zu - aus Sicht der Ankläger, um den Verdacht nach einem Anschlag gegen Flüchtlinge zu richten und das Vertrauen in die Asylpolitik zu erschüttern. A. war im Februar 2017 auf dem Wiener Flughafen festgenommen worden, als er eine geladene Pistole aus einem Versteck in einer Flughafentoilette holen wollte. Woher die Waffe stammt und was er damit plante, ist bislang nicht bekannt.

Auch die Lebensgefährtin des Angeklagten wurde erneut befragt, dabei ging es um den Verbleib mehrerer Waffen - dass dieser ungeklärt ist, ist ein Grund, weshalb A. im Februar erneut in Untersuchungshaft genommen wurde. Seine Lebensgefährtin sagte, sie wisse von einem Gewehr und einer Pistole, von denen A. ihr gesagt habe, sie befänden sich im Ausland. «Meines Wissens nach waren die in Straßburg», sagte sie. A. hatte in der französischen Stadt eine Wohnung. Mehr wollte die Zeugin unter Berufung auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht nicht sagen.

Das Verfahren läuft seit mehr als einem Jahr. Die Verteidigung beantragte am Montag unter anderem, dass noch ein Linken-Politiker befragt werden soll, um zu zeigen, dass A. nicht gewaltbereit gegenüber Andersdenkenden sei. Die Kammer erklärte, aus ihrer Sicht sei die Beweisaufnahme abgeschlossen und setzte eine Frist zur Einreichung von Beweisanträgen bis 13. Juni.

© dpa

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