Nach queerfeindlichen Angriffen: Polizei will präsenter sein

Nach mehreren queerfeindlichen Übergriffen in Frankfurt in den vergangenen Wochen will die Polizei im Szeneviertel der schwul-lesbischen Community mehr Präsenz zeigen. Auch Zivilbeamte sollen zum Einsatz kommen, kündigte ein Polizeisprecher am Mittwoch an. Dies sei zugleich ein klares Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Respekt in der Mainmetropole.
Eine Polizistin steht vor einem Streifenwagen. © David Inderlied/dpa/Illustration

Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. «Es ist vollkommen inakzeptabel, dass sich Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihrer äußeren Erscheinung in bestimmten Straßen nicht mehr sicher fühlen», hieß es. Die Frankfurter Polizei reagiere deshalb mit einem verstärkten Präsenz- und Schutzkonzept.

In den vergangenen Wochen und Monaten kam es an den Wochenenden im Bereich um die Zeil wiederholt zu verbalen und körperlichen Angriffen auf Angehörige der queeren Community. In einem Fall erlitt ein Angriffsopfer einen Kieferbruch.

Innerhalb des Präsidiums seien zudem die Meldewege verbessert worden, um bei Hinweisen auf queerfeindliche Übergriffe rascher und gezielter reagieren zu können, hieß es. Außerdem würden solche Straftaten nun beim Staatsschutzkommissariat der Frankfurter Kriminalpolizei bearbeitet, da in den meisten Fällen Hass ein Tatmotiv sei.

Am kommenden Wochenende wird in Frankfurt der Christopher Street Day der queeren Community gefeiert. Dafür hat die Polizei ihr Einsatzkonzept den Angaben zufolge noch einmal angepasst. So würden die Zahl an eingesetzten Polizistinnen und Polizisten erhöht und mobile Sicherheitskameras im Bereich der Konstablerwache installiert.

«Uns liegen keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung des CSD in Frankfurt vor», hieß es in einer Erklärung von Vizepräsident Björn Gutzeit und des designierten Polizeipräsidenten Stefan Müller. «Die Frankfurter Polizei wird aber zum Schutz der Veranstaltung und der feiernden Menschen mit starken Kräften Präsenz zeigen. Unsere Botschaft ist eindeutig: für Hass und Gewalt ist in Frankfurt kein Platz.»

© dpa
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