Treibhausgas-Ausstoß in Hessen in 2020 auf Tiefststand

Weniger Verkehr in der Pandemie hatte auch weniger Umwelt- und Klimabelastung zur Folge. Die Umweltorganisation BUND fordert weitere Anstrengungen der Politik.
Autos fahren durch die Innenstadt. © Markus Scholz/dpa/Symbolbild

Die Menge der in Hessen ausgestoßenen Treibhausgase ist infolge der Corona-Pandemie auf einen Tiefststand zurückgegangen. Die verursachten Emissionen im Bundesland seien 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent gesunken, teilte das Statistische Landesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Insgesamt seien 2020 Treibhausgase freigesetzt worden, die 36 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) entsprechen. Damit sei der Wert in dem Jahr so niedrig gewesen wie nie zuvor. «Hintergrund des niedrigen Emissionsniveaus sind maßgeblich die Auswirkungen der Corona-Pandemie», erklärte die Behörde.

Im Vergleich zum internationalen Basisjahr 1990 beträgt der Rückgang den Angaben zufolge 29,6 Prozent. «Damit wurde das Ziel einer Reduktion von 30 Prozent der Treibhausgasemissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 nahezu erreicht», teilte das hessische Umweltministerium mit.

Den stärksten Rückgang von CO2-Emissionen in Hessen verzeichnete 2020 demnach der Verkehrssektor. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Ausstoß von Kohlendioxid um 1,7 Millionen Tonnen zurückgegangen. «Maßgeblich hierfür war der gesunkene Energieverbrauch von Benzin und Dieselkraftstoffen im Straßenverkehr infolge der verringerten Mobilität und Reisebeschränkungen», erklärte das Ministerium.

Auch der Energiesektor habe seinen CO2-Ausstoß 2020 im Vergleich zum Vorjahr mit minus 10 Prozent deutlich reduziert. «Ursächlich dafür war – neben dem allgemeinen Rückgang des Energieverbrauchs in der Corona-Pandemie – wie in den Vorjahren eine weitere Verschiebung zur Nutzung weniger emissionsintensiver Energieträger», so das Ministerium. Bedeutsam sei dabei insbesondere der rückläufige Einsatz von Stein- und Braunkohle.

Der Umweltverband BUND erklärte, es handele sich um einen Erfolg, der allerdings großenteils auf einen Corona-Effekt zurückgehe. «Es muss deutlich mehr gemacht werden», sagte Vorstandsmitglied Werner Neumann mit Blick auf die Landesregierung. Zwar seien 30 Prozent Reduktion seit 1990 erreicht worden, jedoch seien weitere Minderungen um 70 Prozent bis zum Jahr 2035 nötig. Neumann kritisierte zudem, dass bei der Betrachtung Stromimporte nach Hessen nicht betrachtet würden.

© dpa
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