Eintracht Frankfurt: Glasner will «noch einen draufpacken»

21.04.2022 Die Europa-League-Spiele gegen West Ham United sind schon omnipräsent, doch für Frankfurts Trainer Glasner zählt zunächst nur Hoffenheim. Es ist ein schwieriger Spagat, den die Hessen im Saisonendspurt zu meistern haben.

Spielbälle liegen auf dem Rasen. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Vor Barcelona zählte nur Greuther Fürth, vor West Ham zählt jetzt nur Hoffenheim: Cheftrainer Oliver Glasner ist bei Eintracht Frankfurt weiter bemüht, den Hype um die Europa League und das bevorstehende Halbfinale klein zu halten. «Mich interessiert ausschließlich das Spiel gegen Hoffenheim. Nicht, was war und nicht, was danach kommen wird», sagte Glasner am Donnerstag. Das Bundesliga-Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) ist im Umfeld des hessischen Traditionsclubs aber eher Nebensache, wird doch schon dem großen Halbfinale in London am Donnerstag entgegengefiebert.

Der Österreicher will aber keine Rücksicht auf den Höhepunkt in der Europa League nehmen. «Die aus meiner Sicht beste Elf wird spielen. Wir werden die beste Elf auf den Platz schicken, damit wir das Spiel gewinnen», sagte Glasner, als er auf die gegen West Ham gesperrten Profis Evan Ndicka und Kristijan Jakic angesprochen wurde. Die dafür als Ersatzspieler vorgesehenen Akteure «brauchen keinen Probe-Galopp», versicherte der Coach.

Offen ist, ob Stammtorhüter Kevin Trapp gegen die TSG einsatzfähig ist. Der 31-Jährige hat zwar nach einer Handgelenksverletzung aus dem Barcelona-Spiel (3:2) schon wieder trainiert, ist aber noch nicht schmerzfrei. «Mit Kevin haben wir noch Probleme. Er spürt das immer noch. Es wird sich zeigen, ob er spielen kann. Da wird Kevin dann die Entscheidung treffen», sagte Glasner. Definitiv fehlen wird Christopher Lenz, der sich beim Gastspiel bei Union Berlin (0:2) am Ostersonntag den Zeh gebrochen hat.

In der Bundesliga stockte es zuletzt massiv bei der Eintracht. Nach vier sieglosen Spielen ist die internationale Qualifikation über die Liga zu einer Mammutaufgabe geworden. Trotzdem freut sich Glasner auf den Saisonendspurt. «Wir haben noch vier fantastische Wochen vor uns, in denen wir viel erreichen können und erreichen wollen. Wir müssen das, was hinter uns liegt, auch abhaken. Bei allem, was das ausgelöst hat», sagte der 47-Jährige. Kommt man gegen West Ham weiter, steht am 18. Mai in Sevilla das Europa-League-Finale an. Man wolle «noch einen draufpacken».

Es ist ein schwieriger Spagat, den die Hessen bis dahin zu bewältigen haben. Einerseits will man in der Liga keinerlei Schwung verlieren, andererseits soll sich in den deutlich unbedeutenderen Partien am Wochenende keiner mehr verletzten, bevor es gegen West Ham und womöglich in Sevilla um einen internationalen Pokal geht. Ein Titel in der Europa League würde zudem die sichere Qualifikation für die Champions League bedeuten.

Am Mittwoch hatten Gerüchte die Runde gemacht, die Eintracht könne sich Gedanken über einen Verkauf von Innenverteidiger Martin Hinteregger machen. Sportvorstand Markus Krösche kommentierte: «Es gibt keinen Spieler, der nicht verkäuflich ist.»

Mit der Zwischenbilanz in der Liga sind Krösche und Glasner in ihrem Premierenjahr am Main nicht glücklich. «Stand heute sind wir nicht zufrieden mit der Punkteausbeute. Wir haben uns mehr erwartet und mehr erhofft», sagte Glasner. Drei Spiele in Europa könnten diese 34-Spiele-Bilanz aber zu einer minikleinen Randnotiz werden lassen.

© dpa

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