Trotz Unterzahl: Eintracht besiegt Spitzenreiter Union

Eintracht Frankfurt beendet den Erfolgslauf von Bundesliga-Spitzenreiter Union Berlin. Die Hessen holen sich mit dem verdienten Sieg viel Selbstvertrauen für die Champions League.
Die Frankfurter Jesper Lindström (l-r), Randal Kolo Muani , Torschütze Mario Götze (verdeckt), Daichi Kamada, Luca Pellegrini und Sebastian Rode jubeln nach dem Tor zum 1:0. © Arne Dedert/dpa

Die Fans von Eintracht Frankfurt stimmten nach dem 2:0 (2:0) gegen Tabellenführer 1. FC Union Berlin freudetrunken ihre Europapokal-Gesänge an - und auch bei Trainer Oliver Glasner war die Vorfreude auf die nächste Fußball-Party groß. «Der ganze Club freut sich auf Tottenham», sagte der 49 Jahre alte Österreicher nach der gelungenen Generalprobe der Hessen für das dritte Gruppenspiel in der Champions League am kommenden Dienstag gegen das englische Topteam aus London.

Die reife Vorstellung gegen die Berliner, die ihre erste Saison-Niederlage in der Fußball-Bundesliga kassierten, machte dafür viel Mut. «Das war ein toller Auftritt, über den wir uns freuen. Die Richtung stimmt», sagte Glasner.

Fast im gleichen Atemzug mahnte der Eintracht-Trainer aber: «Wir haben keine Zeit, uns tagelang auf die Schulter zu klopfen. Es heißt, dranzubleiben. Gegen Tottenham müssen wir noch mal eins drauflegen, um wieder erfolgreich zu sein.»

Dank des Sieges in Unterzahl - Stürmer Randal Kolo Muani sah in der 68. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte und fehlt am nächsten Samstag im Gastspiel beim Schlusslicht VfL Bochum - verbesserten sich die Hessen mit 14 Punkten vorerst auf Rang fünf.

Union bleibt mit 17 Zählern Spitzenreiter, was für Trainer Urs Fischer jedoch nebensächlich war. «Die Tabelle interessiert mich nicht», betonte der Schweizer. Vielmehr schrieb er seinen enttäuschten Schützlingen ins Stammbuch: «Das war heute zu wenig. Die Frankfurter waren wacher, schneller und schärfer in den Entscheidungen. Wenn wir uns nicht am absoluten Limit bewegen, wird es für uns schwer.» Kapitän Rani Khedira räumte ein: «Es fühlt sich nicht gut an und tut ein bisschen weh.»

In einer temporeichen Partie vor 50 500 Zuschauern erzielten Mario Götze in der 12. Minute und Jesper Lindström (42.) die Tore zum erst dritten Heimsieg der Frankfurter in diesem Kalenderjahr. Der geriet auch in Unterzahl nicht ernsthaft in Gefahr, weil die Hausherren leidenschaftlich verteidigten und in Nationaltorwart Kevin Trapp einen bärenstarken Rückhalt hatten. «Er hat sehr gut gehalten», lobte selbst Fischer.

Schon der erste gelungene Angriff der Hessen führte zum Erfolg. Kolo Muani setzte an der Mittellinie zu einem unwiderstehlichen Solo an und passte den Ball dann von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr auf den frei stehenden Götze, der überlegt ins lange Eck verwandelte. Union-Torwart Frederik Rönnow, der von 2018 bis 2021 bei der Eintracht unter Vertrag stand, war machtlos.

Der Däne vereitelte in der ersten Halbzeit einen Doppelpack von Götze, als er einen Schlenzer des agilen Weltmeisters von 2014 um den Pfosten lenkte. Götze musste später angeschlagen vom Platz, doch Glasner gab nach dem Abpfiff leichte Entwarnung: «Er ist ein bisschen umgeknickt, aber ich gehe davon aus, dass das bis Dienstag wieder wird.»

Auch der zweite Eintracht-Treffer war sehenswert. Lindström umkurvte im Strafraum zwei Gegenspieler und schob den Ball gefühlvoll am herausstürzenden Rönnow vorbei ins Netz. «Das war ein Sahnestückchen», lobte Trapp den Offensivspieler.

Der Keeper lieferte vor allem in der Schlussphase mit einigen Glanzparaden einmal mehr einen Beweis seiner Klasse. «Kevin hat in den vergangenen Monaten herausragende Leistungen gebracht. Für mich ist er der beste deutsche Torwart», sagte Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche.

© dpa
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