Bombe in Frankfurt entschärft: 20.000 Anwohner betroffen

Bis zuletzt war unklar, ob eine Entschärfung gelingt, oder ob eine Sprengung nötig ist. In der Sperrzone lagen ein Pflegeheim, ein Autobahnabschnitt und ein Energieversorger.
Gesperrt ist die Autobahn 648 in Frankfurt. © Boris Roessler/dpa

In Frankfurt ist am Mittwoch eine 500 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe entschärft worden. Der Kampfmittelräumdienst konnte die beiden Zünder entfernen, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Vor der Entschärfung hatten am Mittwochmorgen 20.000 Anwohnerinnen und Anwohner des Stadtteils Bockenheim ihre Wohnungen räumen müssen.

Der Blindgänger war am Montag bei Bauarbeiten entdeckt worden. Zur Vorbereitung wurden 50.000 Liter Wasser und große Mengen Sand als Schutzmaßnahme am Fundort aufgeschichtet. Dadurch sollte die Gefahr von herumfliegenden Splittern minimiert werden. Laut Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen hing es vom Zustand der Zündvorrichtung ab, ob die Bombe entschärft werden könne oder kontrolliert gesprengt werden müsse. Erst nach der kompletten Evakuierung konnte die Zündvorrichtung in Augenschein genommen werden.

Es habe sich herausgestellt, dass sich einer der beiden Zünder unproblematisch entfernen ließ, teilte die Feuerwehr am Abend mit. Beide Zünder seien vor Ort gesprengt worden.

Rund um die Fundstelle war ein Sperrbereich in einem Radius von einem Kilometer eingerichtet worden. Die Anwohnerinnen und Anwohner sollten dieses Gebiet bis um 9.00 Uhr geräumt haben. Eigentlich sollten Evakuierung und Kontrollmaßnahmen bis 12.00 Uhr abgeschlossen sein. Der Abschluss verzögerte sich allerdings, weil am Mittag noch Transporte mobilitätseingeschränkter Personen ausstanden. Vereinzelt hätten sich auch Personen geweigert, die Gefahrenzone zu verlassen.

Im Sperrbereich lagen ein Pflegeheim, ein Abschnitt der Autobahn 648 sowie die Leitwarte des Energieversorgers Mainova. In der Ballsporthalle wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet, die von rund 250 Personen aufgesucht wurde. Die Autobahn wurde ab dem Westkreuz stadteinwärts gesperrt. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde für die Dauer der Maßnahmen eingestellt. Die Absperrungen wurden kurz nach 16.00 Uhr wieder aufgehoben. Mehr als 600 Kräfte unter anderem von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen waren im Einsatz.

© dpa
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