Studie: Weiterhin deutlicher Mangel an Kita-Plätzen

In Hessen mangelt es laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung weiterhin deutlich an Kita-Plätzen. Um den Bedarf seitens der Eltern für die Betreuung ihrer Kinder im kommenden Jahr zu decken, müssten voraussichtlich bis zu 37.200 zusätzliche Plätze geschaffen werden, wie sich aus den am Donnerstag veröffentlichten Berechnungen der Bertelsmann Stiftung zu den frühkindlichen Bildungssystemen ergibt.
Ein Kind spielt in einer Kita. © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

«Die Zahlen belegen, dass Hessen den bundesgesetzlich verankerten Rechtsanspruch auf einen Platz in der Kindertagesbetreuung auch bis 2023 nicht für jedes Kind, dessen Eltern einen Bedarf haben, einlösen kann», teilte die Stiftung in Gütersloh mit. Die größte Hürde sei weiterhin der Fachkräftemangel.

Vor allem für die Betreuung von Kindern im Alter unter drei Jahren übersteigt der Bedarf deutlich das Angebot. Um insgesamt genügend Kita-Plätze anbieten zu können, müssten laut der Studie 10.700 Betreuer neu eingestellt werden, hierdurch entstünden weitere Personalkosten von fast 456 Millionen Euro im Jahr. Die Betriebs- und mögliche Baukosten kämen hinzu.

«Dem Mangel an Erziehern begegnen wir in Hessen seit Beginn der Legislaturperiode mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen», teilte hierzu das hessische Sozialministerium in Wiesbaden mit. Diese zeigten bereits Wirkung. So seien 413 Millionen Euro Bundesmittel in den Personalausbau investiert worden, zum 1. März 2021 seien daher über 4700 zusätzliche Fachkräfte in der Kita-Betreuung eingestellt worden. Zudem gebe es ein Förderprogramm, um weitere Erzieherinnen und Erzieher zu gewinnen.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende René Rock forderte unter anderem eine Erhöhung der Betriebskostenförderung für die Kitas sowie eine flächendeckende Ausbildungsvergütung für Erzieher. Die familienpolitische Sprecherin der Fraktion der Linken, Christiane Böhm, sagte: «Insbesondere die Arbeitsbedingungen müssen spürbar besser werden, um Fachkräfte zu halten oder bestenfalls sogar zurückzugewinnen.» Die Bildungsgewerkschaft GEW in Frankfurt schlug eine «finanzpolitische Offensive» vor. Es seien in Deutschland insgesamt Milliarden-Investitionen notwendig, «um die dramatische Lage zu verbessern».

© dpa
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