Mehr Fahrten und neuartige Züge zum Fahrplanwechsel

Teure Energie und Inflation - auch im öffentlichen Nahverkehr ist die Lage angespannt. Ab dem Stichtag 11. Dezember haben die beiden hessischen Verbünde RMV und NVV dennoch einige Neuerungen im Programm.
Der Wasserstoffzug steht im Bahnhof Bad Homburg neben einer konventionellen S-Bahn. © Andreas Arnold/dpa

Zusätzliche Fahrten auf einigen Linien und der Einsatz wasserstoffbetriebener Züge im Taunus: Zum Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag (11. Dezember) bieten die Verkehrsverbünde in Hessen den Fahrgästen Verbesserungen an. Zuglinien vom Süden nach Frankfurt werden ausgebaut, wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ankündigte. Auch zusätzliche Busse werden im Einsatz sein. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) wirbt mit mehr Angebot in den Landkreisen Kassel und Waldeck-Frankenberg. Zum Jahreswechsel werden viele Bus- und Bahnfahrten allerdings nochmals teurer - bevor dann 2023 das «Deutschlandticket» kommen soll.

Der Einsatz der neuartigen Wasserstoffzüge im Taunus beginnt wegen Lieferschwierigkeiten stufenweise, wie der RMV mitteilte. Dies verlangt den Fahrgästen auf der RB15 (Frankfurt - Bad Homburg - Brandoberndorf) Geduld ab, denn dort kommen neben den bereits gelieferten neuen Zügen übergangsweise auch welche zum Einsatz, die nicht für den Tunnel bei Brandoberndorf zugelassen seien - Fahrgäste müssten deshalb in Grävenwiesbach umsteigen, in Einzelfällen werde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Insgesamt hat der RMV 27 Wasserstoff-Züge bestellt, die bis Frühjahr 2023 emissionsfrei nach und nach auch auf den Linien RB11 (Frankfurt-Höchst - Bad Soden), RB 12 (Frankfurt - Königstein) und RB16 (Bad Homburg - Friedberg) fahren sollen. So sollen Dieselzüge ersetzt werden.

Zusätzliche Zugfahrten wird es der Mitteilung zufolge auf der Odenwaldbahn von und nach Frankfurt geben. Auf der Linie RB82 (Eberbach - Erbach - Frankfurt) seien zwischen Erbach und Frankfurt dann stündlich Züge unterwegs, ebenso auf der Linie RB85 zwischen Babenhausen und Frankfurt. Eine Fahrt kommt morgens auf der RB21 von Niedernhausen nach Wiesbaden hinzu, zudem nachmittags eine dritte Direktverbindung von Wiesbaden nach Limburg. Einige weitere Fahrten im Berufs- und Ausbildungsverkehr erhält die RB 46 (Gießen - Gelnhausen). Verstärkt werden zudem die Expressbus-Linien X95 (Enkheim - Büdingen) und X35 (Marburg - Alsfeld).

Der RMV halte damit im Großen und Ganzen sein bisheriges Angebot aufrecht, erklärte Geschäftsführer Knut Ringat: «Während anderswo in Deutschland wegen Inflation und hohen Energiekosten über Abbestellungen diskutiert wird, halten wir den Status Quo und können vereinzelt sogar Mehrfahrten anbieten.» Auch der NVV hob hervor, trotz schwieriger Lage im Busverkehr mehr Verbindungen und neue Fahrzeuge anbieten zu können.

Der Stundentakt «Jedes Dorf - Jede Stunde» werde fortgesetzt, erklärte der NVV. Der Schwerpunkt liege in den Landkreisen Kassel und Waldeck-Frankenberg. Dort profitieren die Fahrgäste von 45 Prozent mehr Busangebot rund um Bad Arolsen, Diemelsee, Korbach und Willingen. Zwischen Ahne und Fulda im Landkreis Kassel seien es 25 Prozent mehr.

Auf den meisten Buslinien entstehe mindestens ein Stundentakt. «Ziel war es im Landkreis Waldeck-Frankenberg, mit optimierten Anschlüssen und Verbindungen zwischen Bahn und Bus die Region besser zu erschließen und damit besonders den Bedürfnissen im Freizeitverkehr in einer der wichtigsten Tourismusregionen Hessens Rechnung zu tragen», teilte der NVV mit.

Ab April bis Jahresende 2023 müssten sich Fahrgäste im Zugverkehr wegen Bauarbeiten auf der ICE-Strecke Kassel-Fulda auf Einschränkungen einstellen, warnte der Verbund schon einmal vor. Der Fernverkehr werde auf die Nahverkehrsstrecken umgeleitet. Folge seien «erhebliche Änderungen für die Linien zwischen Kassel, Fulda, Bad Wildungen und Frankfurt».

Ab 1. Januar wird es zunächst teurer für viele Fahrgäste. Im Gebiet des NVV werden die Preise einer Sprecherin zufolge im Schnitt um 1,5 Prozent steigen. Auch ein RMV-Sprecher kündigte an, dass die Kosten für Fahrgäste turnusgemäß um durchschnittlich 1,5 Prozent steigen. Dies liege deutlich unter der Inflationsrate. Hinzu kämen neue Tarifangebote, über die der Verbund noch informieren werde.

Im neuen Jahr soll dann das «Deutschlandticket» für Busse und Bahnen im Nahverkehr mit einem Einführungspreis von 49 Euro im Monat kommen und an die beliebten 9-Euro-Tickets aus dem Sommer anknüpfen. Der Starttermin ist noch offen, die Länder streben den 1. April an.

© dpa
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