Kein Ergebnis zu VW-Haustarif: Angebot in nächster Runde

Bei Volkswagen warten die Beschäftigten auch nach der zweiten Verhandlungsrunde auf konkrete Eckpunkte für einen neuen Haustarifvertrag. Das Unternehmen kündigte nach der Sitzung am Mittwoch aber an, bei den nächsten Gesprächen ein Angebot vorzulegen. Diese sind für den 22. November geplant. Die IG Metall fordert unter anderem 8 Prozent mehr Geld, damit die Kaufkraft zumindest teilweise mit der Rekordinflation mithalten kann. VW verwies bisher auf die wirtschaftlichen Risiken bei gleichzeitig hohem Investitionsbedarf.
Das Logo von VW. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Es geht um die Gehälter und Job-Bedingungen von rund 125.000 Mitarbeitern. Der Autohersteller machte seine angekündigten Vorschläge abhängig von einem «gemeinsamen Verständnis der Gesamtsituation». So erforderten die Milliardeninvestitionen in alternative Antriebe und eigene Software ein «unverändert striktes Kostenmanagement», erklärte Verhandlungsführer Arne Meiswinkel. Auch die Energie- und Rohstoffpreise hielten den Kostendruck hoch.

Die Gewerkschaft reagierte enttäuscht. VW sei weiter «nicht bereit, über eine nachhaltige Entgeltentwicklung zu sprechen», kritisierte IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. Die Chefin des Betriebsrats, Daniela Cavallo, mahnte mit Blick auf mögliche Warnstreiks: «Wenn die Arbeitgeberseite in Runde drei nicht endlich ernsthaft auf ein Ziel verhandeln will, müssen wir andere Saiten aufziehen.» Es sei zudem «einfach nur dreist», falls bei Lehrstellen gespart werden sollte.

Zu der Tarifrunde hatten sich laut Gewerkschaft gut 4000 Beschäftigte bei einer Kundgebung vor der Volkswagen-Arena in Wolfsburg getroffen. Im Konflikt um den Flächentarifvertrag in der niedersächsischen Metall- und Elektrobranche gab es bereits Arbeitsniederlegungen.

Der VW-Haustarif gilt für die Stammbelegschaft der sechs westdeutschen Standorte in Wolfsburg, Braunschweig, Emden, Hannover, Salzgitter und Kassel sowie bei einigen Töchtern. Die Friedenspflicht endet am 30. November. Die IG Metall verlangt auch verlängerte Regeln zur Altersteilzeit, mehr freie Tage für Gewerkschaftsmitglieder und eine Übernahme der Semestergebühren in dualen Studiengängen.

© dpa
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