Arbeitslosenquote in Hessen leicht gesunken

Der hessische Arbeitsmarkt zeigt sich krisenfest. Zwar sank die Arbeitslosigkeit zu Beginn des Ausbildungsjahres in geringerem Umfang als saisonal üblich. Doch weiterhin sind Tausende Stellen zu haben.
Das Logo der Bundesagentur für Arbeit leuchtet. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Lage auf dem hessischen Arbeitsmarkt hat sich nach drei Monaten mit steigenden Arbeitslosenzahlen wieder stabilisiert. 171.161 Frauen und Männer ohne Job zählten die Jobcenter zum Stichtag 12. September, wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag in Frankfurt mitteilte. Das waren 4797 weniger als im August des laufenden Jahres, aber 2866 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote sank binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Im September 2021 hatte die Quote bei 4,9 Prozent gelegen.

«Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine dämpfen die positive Entwicklung der letzten Monate auf dem hessischen Arbeitsmarkt. Wirtschaftliche Belastungen durch zurückgehende Exporte, Lieferkettenstörungen und Energiepreiserhöhungen bereiten vielen Unternehmen und auch Privatpersonen zunehmend Probleme», ordnete Direktionschef Frank Martin die Zahlen ein. «Dass die Zahl der arbeitslosen Menschen dennoch weitgehend konstant bleibt, lässt sich mit dem hohen Fachkräftebedarf begründen: Firmen wollen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten.»

Üblicherweise sinkt die Arbeitslosenquote im September deutlicher, weil viele junge Menschen eine Ausbildung beginnen. Bei den unter 25-Jährigen ging die Arbeitslosigkeit entsprechend mit minus 9,4 Prozent zum Vormonat am deutlichsten zurück. Zugleich sorgte die Erfassung von Geflüchteten aus der Ukraine dafür, dass die Zahl der Arbeitslosen ohne deutschen Pass im September 2022 um 19,8 Prozent stieg.

Weil sich die wirtschaftlichen Aussichten eingetrübt haben, halten sich nach Beobachtung der Regionaldirektion derzeit viele Firmen mit Neueinstellungen zurück. Dennoch verzeichnen die hessischen Arbeitsagenturen weiterhin etwa 55.000 offene Stellen. Nach Angaben der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) werden einschließlich der nicht bei den Arbeitsagenturen gemeldeten Stellen in Hessen derzeit etwa 120.000 Arbeitskräfte gesucht.

Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs müsse die abschlagsfreie Frührente mit 65 Jahren oder früher abgeschafft werden, forderte die VhU. «In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten zwischen 60 und 64 Jahren hessenweit vervierfacht. Dies verdanken wir nicht nur verbesserter Gesundheit und einem funktionierenden Arbeitsschutz, sondern auch neuen und flexiblen Formen der Arbeit», erklärte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert. Daran müsse sich auch die Lebensarbeitszeit orientieren.

© dpa
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