Deutsche Bahn fährt künftig auch Gäste der Star Alliance

04.07.2022 Die Deutsche Bahn wird als erstes Unternehmen außerhalb der Luftfahrt Partner eines internationalen Airline-Bündnisses. Die zuletzt stark ausgebaute Zusammenarbeit mit der Deutschen Lufthansa werde nun ausgeweitet auf alle 26 Partner der Star Alliance, sagte Bahnvorstand Michael Peterson am Montag in Frankfurt. Damit sei für Strecken wie Mannheim-Melbourne oder Freiburg-Singapur und zurück nur noch ein Ticket notwendig.

Eine Werbetafel auf dem Frankfurter Flughafen wirbt für kombiniertes Reisen mit Bahn und Flugzeug. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die vor 25 Jahren unter Führung der Lufthansa gegründete Star Alliance hat im Moment 26 Fluggesellschaften als Mitglieder, die an mehr als 50 internationalen Drehkreuzen zusammenarbeiten. Dazu kommen sogenannte Verbindungspartner, zu denen nun zum 1. August die Deutsche Bahn als erste Nicht-Fluggesellschaft stößt.

Damit können Kunden von Star-Alliance-Mitgliedern wie Thai oder United mit ihren Tickets nach der Landung in Deutschland nahtlos die DB-Züge nutzen. Es seien auch in anderen Ländern Partnerschaften mit anderen Verkehrsträgern möglich, meinte Alliance-Chef Jeffrey Goh. Als Beispiele nannte er Züge in Japan oder Fähren in Hongkong.

Lufthansa und DB arbeiten bereits seit längerem auf dem deutschen Verkehrsmarkt eng zusammen und bieten gemeinsame Tickets an, die Peterson zufolge pro Jahr von rund 500.000 Kunden genutzt werden. Ihre Zahl soll bis 2030 auf 5 Millionen steigen. Dieser Service wird nun auf die Kunden der Alliance-Mitglieder ausgeweitet.

Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister sagte, dass Inlandsflüge derzeit wegen der Systemüberlastung besonders häufig gestrichen würden, weil man den Reisenden auf diesen Strecken mit der Bahn sehr gute Alternativen bieten könne. Lufthansa biete über ihre Systeme inzwischen jede innerdeutsche Flugverbindung gleichberechtigt auch mit dem Zug an. Einen dauerhaften Verzicht auf Inlandsflüge befürwortete Hohmeister aber nicht. Die aktuelle Krise des Luftverkehrs in Europa müsse an vielen Stellen gelöst werden.

© dpa

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