Trotz Nachtfrost: Hoffnung auf gute Rapsernte

20.04.2022 Nicht nur der Raps auf den Feldern, sondern auch die Preise für Rapsöl schießen derzeit in die Höhe. Doch die Landwirte machen sich trotzdem Sorgen. Denn ihre Betriebsausgaben für Dünger und Diesel sind enorm.

In leuchtendem Gelb blüht der Raps auf einem Feld im Schmiehbachtal bei Kelkheim. © Arne Dedert/dpa

Trotz des Nachfrosts hoffen Landwirte in Hessen auf eine gute Rapsernte. Im Schnitt seien vier Tonnen pro Hektar möglich, sagte der Präsident des Hessischen Bauernverbands, Karsten Schmal, am Mittwoch in Hofheim. Die Schäden an den Pflanzenstängeln durch den nächtlichen Frost Anfang April hielten sich in Grenzen, mögliche Schäden an den Knospen könnten noch nicht beurteilt werden. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Statistischen Landesamts 3,56 Tonnen Winterraps pro Hektar geerntet, 2020 waren es 3,9 Tonnen. Geerntet wird ab Anfang Juli. 

40 Prozent der Ernte werde zu Speiseöl oder Biodiesel verarbeitet, sagte Schmal und ergänzte mit Blick auf die Folgen des Ukraine-Kriegs: «In Deutschland ist kein Mangel an Rapsöl zu befürchten.» Rapsöl habe beim Speiseöl einen Marktanteil von 40 Prozent, gefolgt von Sonnenblumenöl (29 Prozent) und Olivenöl (16). Der Pressrückstand des Raps werde als eiweißreiches und damit wertvolles Futter für Rinder, Schweine und Geflügel verwendet. 

Sorgen bereiten den Landwirten jedoch die hohen Preise für Dünger und Diesel. Für die Ernte dieses Jahres hätten die Landwirte zwar auch noch Dünger zu niedrigeren Preisen kaufen können, sagte Schmal. «Aber ich blicke mit großen Sorgen auf die Ernte 2023.» Er gehe davon aus, dass wegen der hohen Preise generell weniger gedüngt und damit auch weniger geerntet werde.

Zwar seien aktuell nicht nur die Betriebsausgaben, sondern auch die Preise für Raps stark gestiegen, so Schmal. So sei letztes Jahr für eine Tonne zwischen 350 und 400 Euro gezahlt worden, der Betrag habe sich mittlerweile nahezu verdoppelt. «Aber wie der Preis im Sommer bei der Ernte sein wird, ist noch völlig unklar.»

Der Rapsanbau hat in den vergangenen zwei Jahren in Hessen wieder stark zugelegt, nachdem er sich im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr auf eine Fläche von 27,5 Hektar halbiert hatte. Grund hierfür war die lange Trockenheit im Jahr 2018 während der Zeit der üblichen Aussaat gewesen. 2020 lag die Zahl bereits wieder bei 45,4 Hektar, im Folgejahr stieg sie leicht auf 45,8 Hektar. 

© dpa

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