Tränen bei Profis: Darmstadt verpasst Aufstiegsüberraschung

15.05.2022 Der Traum vom vierten Aufstieg in die Bundesliga nach 1978, 1981 und 2015 ist erstmal ausgeträumt: Außenseiter Darmstadt 98 bleibt Tabellenvierter der 2. Liga, nachdem der Hamburger SV das Spiel in Rostock dreht.

Darmstadts Luca Pfeiffer (l) und Darmstadts Braydon Manu (r) und Paderborns Maximilian Thalhammer (M) kämpfen um den Ball. © Thomas Frey/dpa

Noch lange nach dem Abpfiff feierten die Fans des SV Darmstadt 98 ihre traurige Mannschaft. Vielen Spielern standen nach dem bitteren Saisonfinale in der 2. Fußball-Bundesliga die Tränen in den Augen - die Lilien steigen nicht auf und haben auch die Relegation verpasst. Trotz des 3:0 (3:0)-Sieges am Sonntag gegen den SC Paderborn blieb nur der vierte Tabellenplatz. «Wir stehen wieder auf», versprach Torwart Marcel Schuhen, der selbst minutenlang völlig enttäuscht auf dem Rasen gelegen hatte.

«Die Jungs haben noch einmal alles gezeigt, was uns diese Saison ausgezeichnet hat», sagte Trainer Torsten Lieberknecht im Sky-Interview. «Es ist jetzt so, dass leider dieser Traum von der ersten Liga nicht in Erfüllung gegangen ist.» Seine Devise: «Wunden lecken und wieder aufstehen und darauf freuen, was da noch kommt.» Trotz allem überwiege der Stolz, die Hochachtung vor der Mannschaft und deren Mut.

Die Südhessen hatten bis zuletzt von einem vierten Einzug in das Oberhaus nach 1978, 1981 und 2015 geträumt, hofften aber vergebens auf Ausrutscher des Hamburger SV und von Werder Bremen, um noch in die Relegation zu kommen oder gar direkt aufzusteigen.

Vor 14 500 Zuschauern im ausverkauften Merck-Stadion erzielten Tim Skarke (2. Minute) und Luca Pfeiffer (25./38.) die Tore für die Mannschaft von Trainer Lieberknecht. Am Ende aber nutzte der Erfolg nichts mehr. Paderborns Marvin Cuni sah noch die Rote Karte (78.).

Zahlreiche 98-Anhänger hatten sich vor dem Spiel in einem Fan-Marsch durch die Stadt gemeinsam zum Böllenfalltor auf den Weg gemacht. Mit einer Choreographie auf den Tribünen in der Arena hatten sie sich auf das Spiel eingestimmt und stimmten während der Partie immer wieder die Vereins-Hymne «Die Sonne scheint» an. Die Nachricht aus Rostock, wo der HSV nach Rückstand noch 3:2 gewann und sich den Relegationsplatz sicherte, bremste dann aber die Euphorie. Bremen sicherte sich den direkten Aufstieg mit dem 2:0 gegen Jahn Regensburg.

Pech hatte Hertha-Cheftrainer Felix Magath, der mit den Berlinern nach dem 1:2 bei Borussia Dortmund noch auf den Relegationsplatz der ersten Liga gerutscht war. Er hatte sich auf den Weg nach Darmstadt gemacht, um den möglichen Gegner in den zwei Relegationsduellen zu beobachten.

© dpa

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