Darmstadt schießt sich der Bundesliga entgegen

01.05.2022 Das 6:0 gegen Aue schießt die Gäste in die 3. Liga - und Darmstadt steil Richtung Bundesliga. Das Lieberknecht-Team hat es im Endspurt nun selbst in der Hand und kann von der Torflut noch profitieren.

Mathias Honsak (r) von Darmstadt jubelt mit Luca Pfeiffer und Marvin Mehlem (l) über das Tor zum 5:0. © Hasan Bratic/dpa

Der SV Darmstadt 98 steht nach fünf Jahren Zweitklassigkeit vor der Rückkehr in die Bundesliga. Nach dem fulminanten 6:0 (4:0)-Heimerfolg gegen die nun als Absteiger feststehenden Gäste von Erzgebirge Aue sind die Hessen zwei Spieltage vor Saisonende auf den zweiten Aufstiegsrang geklettert und haben bei jeweils 57 Punkten das um sechs Treffer bessere Torverhältnis als der Dritte Werder Bremen. Drei Punkte beträgt zudem der Vorsprung auf die weiteren Verfolger Hamburger SV und FC St. Pauli.

Die Fans feierten ihre Mannschaft am Samstagabend euphorisch. Auch Ex-Trainer Dirk Schuster, dem 2015 der bislang letzte Aufstieg in die Bundesliga mit dem Verein gelang, rechnet nach dem einseitigen Spiel mit Treffern von Tim Skarke (18. Minute, 39.), Luca Pfeiffer (16.), Braydon Manu (19.), Mathias Honsak (74.) und Tobias Kempe (90.) schon mit dem erneuten Sprung nach oben, wie er bei Sport1 sagte. Doch die Verantwortlichen bleiben auch trotz der nach Punkten und Anzahl geschossener Tore (67) bislang besten Zweitliga-Saison für Darmstadt sowie dem höchsten Zweitliga-Sieg seit 32 Jahren vorsichtig.

Trainer Torsten Lieberknecht verweist auf die noch ausstehenden Aufgaben bei Fortuna Düsseldorf am kommenden Freitag (18.30 Uhr) und gegen den SC Paderborn 07 am 15. Mai. «Düsseldorf ist ein Vollbrett», sagte der Chefcoach. Die Rheinländer sind unter Trainer Daniel Thioune nach elf Spielen ungeschlagen und haben das Hinrundenspiel in Darmstadt 3:1 gewonnen. Und zum Schluss kommt mit Paderborn «die stärkste Auswärtsmannschaft».

Für Lieberknecht war die «wichtigste Erkenntnis und das Schönste des Abends, dass meine Mannschaft auch beim 4:0-Spielstand die Situation des Gegners respektiert und seriös gespielt hat und das auch im Einklang mit den Fans und dem Stadion». Dass bei den Lilien der Teamgeist der Schlüssel zum Erfolg ist, stellten sie auch bei den Toren gegen Aue unter Beweis. Manu vor dem vierten und Pfeiffer vor dem fünften Treffer hätten gute Chancen gehabt, selber zu Toren zu kommen, legten aber für die besser postierten Mitspieler ab.

«Wir gönnen uns gegenseitig die Tore», sagte Manu. Torjäger Pfeiffer fügte an: «Ich sehe, dass Honsak komplett frei ist. Er hat es aktuell nicht so leicht, kommt öfter mal von der Bank und da tut ihm vielleicht ein Tor ein bisschen besser als mir.»

Nach einer zwischenzeitlich eher durchschnittlichen Rückrunde hat Darmstadt mit dem 2:1-Sieg bei St. Pauli und dem klaren Erfolg gegen Aue offenbar zur richtigen Zeit wieder in die Erfolgsspur gefunden. «Alle haben diese enorme Leidenschaft und den Willen auch in der Kabine. Wir haben eine geile Mannschaft und geile Fans. Natürlich ist es ein Traum, das noch mal zu schaffen», sagte Kempe. «Wir haben einen guten Schritt gemacht, mehr auch nicht. Es war unser Ziel, bis zum Schluss dabei zu sein», ergänzte Kapitän Fabian Holland.

© dpa

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