Darmstadt 98 vor Saisonstart zuversichtlich

Nach Platz vier in der Vorsaison geht Darmstadt 98 mit breiter Brust in die neue Spielzeit. Zu den Aufstiegsfavoriten zählen sich die Hessen zwar nicht, ein einstelliger Tabellenplatz soll aber herausspringen. Sorgen bereitet derzeit nur der Stürmermangel.
Der Spielball der Saison 2021/2022 der 2. Bundesliga liegt auf dem Rasen. © Guido Kirchner/dpa/Symbolbild

Torsten Lieberknecht hat sich die Vorfreude auf den Saisonstart in der 2. Fußball-Bundesliga durch die akuten Personalprobleme in der Offensive nicht nehmen lassen. «Gut, dass es wieder losgeht», sagte der Trainer des SV Darmstadt 98 am Donnerstag gut gelaunt und gab für die Auftaktpartie bei Jahn Regensburg am Samstag (13.00 Uhr) die Marschroute aus: «Ich erwarte von meinem Team, dass wir sofort brennen.»

Nach Platz vier und dem knapp verpassten Aufstieg in der Vorsaison gehören die Hessen für viele Rivalen zum erweiterten Favoritenkreis - auch wenn sie das selbst ganz anders sehen. Für Lieberknecht ist das «totaler Quatsch», und auch Präsident Rüdiger Fritsch weist die Rolle eines potenziellen Bundesligaanwärters zurück. «Diesen Anspruch können und werden wir sicher nicht formulieren», sagte er in einem Interview des Fachmagazins «kicker» (Donnerstag).

Dennoch gehen die Lilien zuversichtlich in die Saison 2022/23. «Die Mannschaft ist unglaublich im Zusammenhalt. Das sieht man daran, wie schnell die Neuzugänge integriert werden. Jeder, der hier ist, hat das Gefühl, dass er am richtigen Platz ist und alles für den Club geben wird», lobte Lieberknecht.

Auch Fritsch glaubt an eine gute Spielzeit. «Wir haben in Torsten Lieberknecht einen Top-Trainer, der perfekt zum Verein passt. Das Vertrauen in ihn ist sehr groß, dass er wieder eine Einheit formt, mit der sich die Fans identifizieren können», sagte der Darmstadt-Boss. Ziel sei erneut ein einstelliger Tabellenplatz, der den Hessen zuletzt dreimal in Serie gelang.

Diese Ambition erscheint realistisch, gab es im Kader doch kaum Veränderungen. Nur die Offensive bereitet derzeit Sorgen. Nachdem Tim Skarke (Union Berlin) und Luca Pfeiffer (FC Midtjylland) den Verein verlassen haben, fallen nun Aaron Seydel (Hirnhautentzündung) und Mathias Honsak (Knochenödem am Rücken) wochenlang aus.

In Regensburg stehen Lieberknecht lediglich zwei Stürmer zur Verfügung, darunter der erst am Dienstag von IFK Göteborg verpflichtete Oscar Vilhelmsson. Der Lilien-Trainer dürfte daher vom gewohnten System mit zwei Angreifern abrücken und auf Phillip Tietz als einzige Spitze setzen. Am Saisonziel ändert dies nichts. «Wir bleiben ambitioniert und wollen weiterhin das zeigen, was uns ausgezeichnet hat», sagte Lieberknecht. Im Klartext: der Trainer will eine Mannschaft sehen, die auf dem Platz leidet und Fußball zeigt, mit dem sich die Fans identifizieren können und der es dem Gegner schwer macht, sie zu schlagen.

© dpa
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