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Zeugen bestätigen bisheriges Bild der Brokstedt-Tat

Das Bild der Bluttat im Regionalzug in Brokstedt vom Januar im Mordprozess festigt sich. Weitere Zeugen aus dem Zug schildern dem Landgericht Itzehoe ihre Wahrnehmungen und bestätigen bisherige Erkenntnisse.
Fortsetzung Prozess wegen Mordes
Der Angeklagte Ibrahim A. (3.v.l.) wird in den Gerichtssaal im China Logistic Center gebracht. © Christian Charisius/dpa/Pool/dpa/Archivbild

Mit den Aussagen weiterer Zeugen ist der Prozess um tödliche Messerstiche im Regionalzug in Brokstedt fortgesetzt worden. Mehrere Fahrgäste aus dem Zug schilderten vor dem Landgericht Itzehoe am Dienstag ihre Wahrnehmung der Abläufe und bestätigten dabei die Aussagen früherer Zeugen.

Eine 52 Jahre alte Frau aus Wrist sagte, sie habe dem Täter noch zugerufen: «Hör auf mit dem Scheiß». Sie habe den Angriff, den sie sah, zunächst für eine Beziehungstat gehalten. Ein 21 Jahre alter Student aus Hamburg sagte, er habe gerufen «raus, raus», nachdem er gesehen habe, wie der Täter auf einen Fahrgast einstach. Dann sei er aus dem Zug gerannt.

Eine 30 Jahre alte Frau aus Kronshagen hielt das Geschehen zunächst für einen Überfall. Etwa zehn Reihen hinter ihr sei dann ein Mann vom Täter mit einem Messer angegriffen worden. «Ich habe das nicht ganz realisiert», sagte sie. Sie habe entweder «hör auf» oder «geh weg» gerufen. Dann habe sie gedacht, das sei viel zu gefährlich, um einzugreifen und sei runter gerannt, habe den Notrufknopf gedrückt und sei aus dem Zug ausgestiegen. Den Täter beschrieb die 30-Jährige - wie etliche andere Zeugen zuvor auch - als emotionslos.

Ein 19 Jahre alter Mann aus Itzehoe sagte, er habe erst ein merkwürdiges Geräusch gehören. «Auf einmal ist jeder in meinem Waggon aufgesprungen.» Da sei er auch gerannt. Er habe sich dann noch einmal umgedreht und habe gesehen, wie ein Mann auf einen älteren Mann einstach. «Ich wollte nur raus aus dem Zug.» Er habe seine Ausbildung abbrechen müssen, weil er nicht mehr mit dem Zug fahren könne. «Ich bekomme Panik-Attacken.» Jetzt habe er einen anderen Ausbildungsplatz, den er ohne Zugfahrt erreichen könne.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten 34 Jahre alten staatenlosen Palästinenser Ibrahim A. vor, am 25. Januar 2023 im Regionalzug beim Bahnhof von Brokstedt mit einem Messer zwei junge Menschen im Alter von 17 und 19 Jahren getötet und vier schwer verletzt zu haben. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord und vierfachen Mordversuch.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft beging Ibrahim A. die Tat aus Frustration darüber, dass er bei einem Termin in der Ausländerbehörde in Kiel erfolglos geblieben war. Er habe anschließend in einem Supermarkt in der Landeshauptstadt ein 20 Zentimeter langes Messer gestohlen - bereits in der Absicht, damit Menschen anzugreifen.

Der Verteiger von Ibrahim A. fordert seit Beginn des Prozesses im Juli, seinen Mandanten aus der Untersuchungshaft zu nehmen und in eine psychiatrische Klinik einzuweisen. Ibrahim A. habe zum Zeitpunkt der Taten einen psychotischen Schub gehabt. Die Staatsanwaltschaft ist dagegen von der Schuldfähigkeit des Angeklagten überzeugt.

Der Angeklagte wurde in Fußketten und mit Handschellen in den Verhandlungssaal geführt. Er hörte die Übersetzung der Aussagen und verfolgte den Verhandlungstag zeitweise aufmerksam.

© dpa
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