Soziale Wohnungswirtschaft fordert Preisdeckel für Energie

Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft im Norden macht sich angesichts der explodierenden Energiekosten für einen zeitlich befristeten Preisdeckel stark. «Ein Energiepreisdeckel kann verhindern, dass Menschen auf Grund hoher Heiz- und Stromkosten ins wirtschaftliche Unglück stürzen», sagte Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, am Sonntag nach einer Mitteilung seines Verbandes. «Es ist nicht mehr nur allein der Heizkostenhammer, der die Verbraucherinnen und Verbraucher trifft. Auch die Strom-, Wasser- und Abwasserkosten steigen und steigen. Hinzu kommt, dass die Inflation galoppiert und Spareinlagen entwertet.»
Eine Frau dreht an einem Heizungsthermostat. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

Inspiriert wurde Breitner bei seinem Vorschlag von der «Wirtschaftsweisen» Veronika Grimm, die einen staatlich subventionierten Grundverbrauch ins Spiel gebracht hat, um Haushalte zu entlasten. Haushalte bis zu einem bestimmten Einkommen könnten eine bestimmte Menge - zum Beispiel 75 Prozent des Durchschnittsverbrauches - zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt bekommen, sagte Grimm am Freitag der dpa. «Es ist wichtig, die höheren Gaspreise zeitnah an die Verbraucher weiterzugeben, gleichzeitig muss aber ein glaubwürdiges Entlastungspaket auf den Tisch. Das wird teuer», sagte Grimm.

Ein solches Modell würde einen Anreiz zum Energiesparen geben und zugleich möglichen Zahlungsschwierigkeiten von Mietern, Versorgern und auch Vermietern vorbeugen - letztere treten derzeit gegenüber Versorgern in Vorleistung und können nicht sicher sein, ihr Geld von den Mietern zurückzubekommen. «Mögliche Liquiditätsprobleme bei Mietern, Vermietern und Versorgungsunternehmen würden gar nicht erst entstehen», sagte Grimm.

Breitner bescheinigte diesem Vorschlag «Charme», der darin bestehe, dass die Idee der Sparsamkeit mit der sozialen Verantwortung der Gesellschaft verbunden werde. «Einerseits werden die Menschen angehalten, ihren Energieverbrauch zu reduzieren, und der Marktmechanismus bleibt intakt», sagte er. «Andererseits steht die Allgemeinheit dafür ein, dass jeder Mensch wenigstens den Grundbedarf an Energie bezahlen und nutzen kann. Der Vorschlag ist viel besser als alle anderen geeignet, zu verhindern, dass existenzielle Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft die Menschen auf die Straßen treibt.»

Der VNW vertritt in nach eigenen Angaben in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein 407 Wohnungsgenossenschaften und sozial orientierten Wohnungsgesellschaften mit 686.000 Wohnungen, in denen rund 1,5 Millionen Menschen leben.

© dpa
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