Bauern im Alten Land ernten wohl mehr Äpfel als im Vorjahr

Im Alten Land ernten Obstbäuerinnen und -bauern dieses Jahr voraussichtlich mehr Äpfel als im Vorjahr. Zu dieser Einschätzung kommt das Landvolk. Doch Betriebe sorgen sich um ihr Bestehen.
Eine Kiste mit frisch gepflückten Äpfeln steht auf einem Obsthof im Alten Land. © Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild

Die Apfelernte in der wichtigen Anbauregion Altes Land fällt voraussichtlich größer aus als gewöhnlich. Dieses Jahr ernten Obstbäuerinnen und -bauern in der Region voraussichtlich 320 000 Tonnen Äpfel, wie der Vorsitzende der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen, Claus Schliecker, am Freitag sagte. Das seien etwa fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

«Wir haben eine gute Vegetation gehabt, gute Bestäubungsbedingungen und einen sonnenreichen Sommer», begründete Schliecker die wohl überdurchschnittliche Ernte. «Wir haben hier aufgrund der gewässerreichen Landschaft auch keine Probleme mit der Wasserversorgung.» Etwa die Hälfte der Ernte ist nach Aussage Schlieckers abgeschlossen. Obstbauern pflücken und sammeln Äpfel meist zwischen Anfang September und Ende Oktober.

Das Alte Land ist nach Angaben der Gemeinde Jork, die in der Region liegt, das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Deutschlands. Schliecker zufolge kommt bundesweit jeder dritte heimische Apfel von hier.

Das Landvolk Niedersachsen, eine Interessenvertretung niedersächsischer Bäuerinnen und Bauern und ihrer Familien, wirbt derweil dafür, dass Menschen Obst regional kaufen. Deutsche Obstbauern verlören zunehmend gegen Wettbewerber aus dem Ausland und fürchteten um ihr Bestehen, sagte die Geschäftsführerin der Fachgruppe Obstbau, Kristine Anschütz, laut Mitteilung.

Schliecker, der einen Obsthof im Landkreis Stade betreibt, sagte, die Kaufkraft der Kunden lasse nach während die Kosten der Betriebe stiegen. «Da stehen schon Existenzen auch auf dem Spiel.» Er habe bereits überlegt, Äpfel am Baum zu lassen, weil er nicht sicher sei, ob er die gepflückten alle verkaufen könne. «Da gehen wir jetzt erst einmal nicht von aus, das ist noch ein bisschen früh, aber dieses Damoklesschwert, das schwebt schon.»

© dpa
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