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Waffenkontrolleure im Norden haben viel zu tun

Wer eine Waffe besitzt, muss diese sicher aufbewahren, damit sie nicht zur Gefahr wird. Die meisten halten sich daran, aber gelegentlich kommt es zu Verstößen, die bei Kontrollen aufgedeckt werden.
Waffenschrank mit Langwaffen
Ein gepanzerter Waffenschrank mit Langwaffen wird geöffnet. © Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Eine geladene Waffe im Nachttisch oder statt der Waffe nur eine Bibel im Waffenschrank: Auch mit solchen Fällen haben es die Kontrolleure der Waffenbehörden in Schleswig-Holstein schon zu tun gehabt. Die überwiegende Zahl der verdachtsunabhängigen und auch unangemeldeten Überprüfungen läuft jedoch ohne besondere Vorkommnisse, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Kreisen und kreisfreien Städte ergab. Dennoch seien die Kontrollen wichtig, so die übereinstimmende Meinung. Im Land gibt es Zehntausende Waffenbesitzer, überwiegend Jäger und auch Sportschützen. Allein im Kreis Rendsburg-Eckernförde sind es 4300, in Segeberg etwa 3700, in Schleswig-Flensburg rund 3100, in Ostholstein und Plön je gut 2900 und in Nordfriesland, Dithmarschen sowie Stormarn je rund 2500.

Innenministerium hat Kontrollquote vorgegeben

Das Innenministerium in Kiel hat im Oktober 2022 eine konkrete Quote zur Anzahl der Aufbewahrungskontrollen vorgegeben. «Nach hiesigem Kenntnisstand hat neben Schleswig-Holstein bisher nur Mecklenburg-Vorpommern eine Quote vorgegeben, die sich in einem vergleichbaren Rahmen bewegt», teilte das Ministerium mit. Demnach sollen die kommunalen Waffenbehörden jährlich zehn Prozent der im Kreis wohnenden Waffenbesitzerinnen und -besitzer vor Ort kontrollieren. «Ein wirksamer Schutz vor einer unsachgemäßen Waffenaufbewahrung und vor der damit einhergehenden Gefahr einer Aneignung von Waffen durch unberechtigte Personen kann nur erreicht werden, wenn mit einer verdachtsunabhängigen Kontrolle jederzeit gerechnet werden muss.»

Die meisten Waffenbesitzer sind sich Gefahren von Schusswaffen bewusst

Nach übereinstimmenden Angaben aus den Kreis- und Rathäusern stehen die Waffenbesitzer den Kontrollen grundsätzlich positiv gegenüber, da sie sich der Gefahren von Schusswaffen bewusst seien - auch wenn sie einige lästig finden. Die meisten Kontrollen im Land verlaufen den Angaben zufolge unauffällig. Dennoch kommt es immer wieder zu Beanstandungen: oft sind es aber eher Kleinigkeiten, wie ein nicht richtig verankerter oder zu leichter Schrank.

Bibel im Waffenschrank und geladene Waffe im Nachttisch

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gab es aber auch einige Fälle, die in Erinnerung geblieben sind, wie ein Kreissprecher sagte. So habe ein älterer Waffenbesitzer seine Waffe auf dem Waffenschrank gelagert. «In dem Waffenschrank lag lediglich eine Bibel.» Dem Mann wurde die Erlaubnis, Waffen zu besitzen, entzogen. In Flensburg wurden zum Beispiel geladene Waffen in Nachttischen gelagert.

Kontrollvorgabe kann nicht überall eingehalten werden

Die Maßgabe, zehn Prozent der Waffenbesitzer zu kontrollieren, konnte 2023 unter anderem in Flensburg und Ostholstein nicht realisiert werden, auch wenn den Kontrollen Priorität eingeräumt worden sei. Nordfriesland hat 14 Prozent der dortigen Waffenbesitzer kontrolliert. «Sollte jedoch eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter monatelang ausfallen, könnten wir die zehn Prozent nicht mehr schaffen», betonte der Kreissprecher. Auch die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg beispielsweise erfüllten die Vorgabe. Die Stadt Kiel hat 2023 einen Mitarbeiter eingestellt, der sich nahezu ausschließlich um die Kontrollen vor Ort kümmert. Auch die Kreise Plön und Stormarn haben ihr Personal aufgestockt.

Das Innenministerium betonte, es sei eine neue und deutschlandweit ambitionierte Vorgabe. Allen Waffenbehörden sei daher eine angemessene Zeit einzuräumen, die internen Verwaltungsprozesse anzupassen. «Vor diesem Hintergrund erwartet das Innenministerium, dass die Vorgabe ab dem Jahr 2024 erfüllt wird.»

© dpa
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