HSV-Finanzchef zur Stadionsanierung: EM in Hamburg

Die finanziellen Voraussetzungen für die Sanierung des Hamburger Volksparkstadions haben sich nach Aussage von HSV-Finanzvorstand Thomas Wüstefeld gebessert. Die Arena des Fußball-Zweitligisten ist auch als Schauplatz für die EM 2024 vorgesehen. Wie Wüstefeld in einem Interview mit der «Bild» (Dienstag) sagte, kann die Fremdfinanzierung verringert und der Eigenanteil erhöht werden.
Thomas Wüstefeld telefoniert vor einem Spiel auf dem Parkplatz vor dem Volksparkstadion. © Christian Charisius/dpa/Archivbild

«Wir werden die mögliche Fremdfinanzierung reduzieren, weil wir einen eigenen Anteil von 10 Millionen Euro für die Modernisierung des Volksparks investieren werden», sagte der Unternehmer. Ein Grund ist laut Wüstefeld unter anderen, dass der Zuschauerschnitt des finanziell seit Jahren klammen Zweitliga-Zweiten in den bisherigen vier Heimspielen weit über der Kalkulation liegt.

Bislang hatte der Hauptsponsor des Hamburger SV (HanseMerkur) einen Kredit von 23 Millionen Euro zur Sanierung zugesagt. Vorausgesetzt, der HSV bringt einen Bürgen. Die Stadt hatte bislang keine Bereitschaft signalisiert, für die Summe einzustehen. An der Idee der Stadt als Bürgen will der Finanzchef festhalten. «Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir nun einen Eigenanteil erwirtschaftet haben.» Allerdings führe er auch Gespräche mit anderen potenziellen Bürgen. «Bisher war ich zurückhaltend, aber jetzt können wir sagen: Die EM findet im Volkspark statt!»

Erste Sanierungsarbeiten am Stadion sollen nach Aussage von Wüstefeld in der WM- und Winterpause von Mitte November an beginnen. Dann werde eine Verkabelung verlegt und die Beschallungs- und die Flutlichtanlage erneuert, sagte er. An der Dachmembran solle vom dritten Quartal 2023 an gearbeitet werden.

Der 53-jährige Wüstefeld gilt im HSV als umstritten. Vor allem sein Verhältnis zu Sportvorstand Jonas Boldt ist angespannt. Wüstefeld ist vorerst bis zum Ende des Jahres als Finanzvorstand vorgesehen. Er selbst würde gerne weitermachen. «Ich sitze aber nicht mit Klebstoff auf dem Stuhl», sagte er: «Am Ende geht es immer um die beste Entscheidung für den HSV.»

© dpa
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