Zahl der Verkehrstoten im Norden bis August gestiegen

Jeder Unfall mit Verkehrstoten hat dramatische Folgen. Die Politik verfolgt seit Jahren das Ziel, die Zahl der Opfer zu verringern. Doch im laufenden Jahr sieht der Trend in Schleswig-Holstein bisher anders aus.
Ein Lastwagen und mehrere Autos stehen an einer Unfallstelle auf der A21. © Thomas Nyfeler/dpa/Archivbild

In Schleswig-Holstein sind in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres deutlich mehr Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben als im Vorjahreszeitraum. Nach vorläufigen Zahlen der Polizei kamen im nördlichsten Bundesland bis Ende August 70 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. 2021 waren es im gleichen Zeitraum 56 Menschen - allerdings unter Corona-Auflagen, die das öffentliche Leben einschränkten.

Bei Autofahrern sei die Zahl der Getöteten von 39 im Vorjahreszeitraum auf jetzt 33 gesunken, teilte das Landespolizeiamt auf dpa-Anfrage mit. Bei Motorradfahrern habe es dagegen einen Anstieg von 9 auf 14 gegeben. Erfahrungsgemäß würden bei gutem Wetter mehr Fahrten mit Motorrädern unternommen, was tendenziell zu einem höheren Unfallaufkommen führe. «Bei der guten Wettersituation in diesem Jahr könnte dies eine Erklärung für die erhöhten Zahlen sein - wir können diese Entwicklung der Zahlen aber nicht verlässlich an Ursachen festmachen», teilte ein Sprecher mit.

Einen deutlicher Anstieg von eins auf neun habe es auch bei tödlich verunglückten Fahrradfahrern gegeben. Die Altersspanne lang zwischen 47 und 88 Jahren. Sechs der getöteten Fahrradfahrer waren mit einem Pedelec unterwegs, einem Fahrrad mit einer elektrischen Tretunterstützung. Acht Fälle ereigneten sich innerorts. Als Unfallursache habe die Polizei am häufigsten Alkoholeinfluss sowie die verbotene Benutzung der Fahrbahn oder anderer Straßenteile festgestellt. Das Landespolizeiamt wies darauf hin, dass die Zahl der Fahrradfahrer steige. Damit erhöhe sich auch die Anzahl der Verkehrsunfälle.

In den ersten acht Monaten des Jahres kamen neun Fußgänger ums Leben, drei mehr als im Vorjahreszeitraum.

© dpa
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