Senatorin: Kostenfalle bei Spiele-Apps beseitigen

Spiele auf dem Handy können süchtig machen - und ins Geld gehen. Hamburgs Verbraucherschutzsenatorin Gallina will vor allem Kinder und Jugendliche vor der Kostenfalle bewahren. Könnte eine strenger geregelte Bezahlfunktion Abhilfe schaffen?
Ein Junge spielt ein Videospiel auf seinem Smartphone. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Bei der Nutzung von Spiele-Apps auf dem Smartphone oder Tablet laufen Nutzerinnen und Nutzer nach Angaben der Hamburger Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina Gefahr, in eine Kostenfalle zu tappen. «Um gerade auch Kinder und Jugendliche besser zu schützen, brauchen wir geeignete Schutzmaßnahmen», forderte die Grünen-Politikerin vor der Verbraucherschutzministerkonferenz am Mittwoch und Donnerstag in Weimar. Die oft teuren Zusatzfunktionen sollten nicht mit nur einem Click per Kreditkarte bezahlt werden können, sondern eine weitere Bestätigung des Kaufs durch Passwort oder Fingerabdruck erfordern.

Gallina sprach sich zudem dafür aus, bei der Altersfreigabe von Videospielen die finanziellen Risiken von Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Die im Spiel anfallenden Kosten sollten sich an die Grenzen des üblichen Taschengeldes halten. Einen konkreten Betrag nannte die Senatorin nicht. Zum Schutz von «Intensiv-Spielenden» sollte der Bund eine Deckelung der Kaufsumme prüfen. Gallina verwies auf eine ähnliche Regelung im Glücksspielstaatsvertrag, nach der Spieler maximal 1000 Euro pro Monat online einsetzen dürfen.

Ein Dorn im Auge sind der Hamburger Senatorin auch unberechtigte Abbuchungen von Drittanbietern bei Online-Spielen, die etwa für Zusatzfunktionen der Spiele-Apps über die Mobilfunkrechnung kassieren. Zurzeit müssten Nutzerinnen und Nutzer diese Möglichkeit deaktivieren, was sie aber meist erst nach schlechten Erfahrungen machten. Diese Sperre sollte darum auf Neugeräten standardmäßig voreingestellt sein. «Das ist eine wichtige Maßnahme gegen betrügerische Abofallen», sagte Gallina.

© dpa
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