Pandemie hat Probleme der Traditionsschifffahrt verschärft

Feste wie die Hanse Sail in Rostock locken Hunderttausende an. Im Fokus sind die Traditionsschiffe. Doch so schön die Schiffe sind, ihr Unterhalt kostet sehr viel Geld. Zusätzliche Vorschriften erhöhen den Druck auf die Branche.
Historische Segelschiffe kreuzen während der Hanse Sail vor Warnemünde. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Corona-Pandemie hat die Probleme der Traditionsschifffahrt weiter verschärft. Die zum Unterhalt der Schiffe dringend benötigten Ausfahrten mit Gästen seien in den vergangenen zwei Jahren entweder ganz ausgefallen oder nur mit geringerer Passagierzahlen möglich gewesen, sagte der Vorsitzende des Deutschen Dachverbands für Traditionsschiffe (GSHW), Jan-Matthias Westermann, der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit haben die Schiffe Saison, so wird beispielsweise in gut zweieinhalb Wochen die 31. Hanse Sail in Rostock, das Treffen der Traditionssegler und Museumsschiffe, eröffnet. In der Woche darauf beginnen die Maritimen Tage in Bremerhaven, im September wird der Hafengeburtstag in Hamburg gefeiert.

Westermann ging davon aus, dass allein in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der Traditionsschiffe um etwa 20 auf nunmehr 85 zurückgegangen ist. Es sei zu befürchten, dass weitere Schiffe verloren gehen.

Die Branche benötige dringend eine Verlängerung der Frist zur Umsetzung der seit März 2018 geltenden neuen Schiffssicherheitsverordnung, sagte er. Diese laufe im kommenden Jahr aus, eine Verlängerung um zwei Jahre wäre notwendig, um die coronabedingten Verzögerungen auszugleichen. Die Verordnung war jahrelang umstritten, weil dadurch an die Traditionsschiffe die gleichen Kriterien wie an die moderne Fahrgastschifffahrt angelegt werden.

Um diese Probleme zu lösen, favorisiere Westermann auf deutscher und europäischer Ebene Stiftungen zum Erhalt der Traditionsschiffe. So könnte als gemeinsame Anstrengung der norddeutschen Länder und dem Bund zudem mit Hilfe privater Sponsoren die Grundinstandsetzung finanziert werden.

Das prinzipielle Problem sei, dass die historischen und teils rund 100 Jahre alten Schiffe ursprünglich nicht für eine solch lange Zeit gebaut worden seien. Viele Schiffe benötigten nun eine Grundsanierung, die Probleme ließen sich nicht durch laufende kleinere Reparaturen lösen.

© dpa
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