Goldschmidt informiert sich über Modellprojekt an der Schlei

Der ökologische Zustand der Schlei ist schlecht. Gemeinsam suchen verschiedene Akteure nach Lösungen, um dies zu ändern. Dabei probieren sie auch kleine, aber kreative Ansätze. Der Umweltminister besuchte nun das Projekt.
Die Schlei bei Sonnenuntergang. © Jonas Walzberg/dpa/Archivbild

Mit bunten Gewässerrändern und nicht bewirtschafteten Ackersenken sowie anderen kleinen Maßnahmen soll das Modellprojekt Schlei den ökologischen Zustand des Meeresarms verbessern. Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) hat sich in der Gemeinde Hasselberg über die Arbeit des Modellprojektes informiert. Es existiert bereits seit dem Frühjahr 2020. In dem Projekt arbeiten verschiedene Akteurinnen und Akteure aus Landwirtschaft, Naturschutz, Wasserwirtschaft und Tourismus eng zusammen.

«Es ist toll zu sehen, dass kreative Ansätze direkte Erfolge bringen», sagte Goldschmidt. Jetzt gelte es, am Ball zu bleiben und die wichtige Arbeit des Modellprojektes Schlei fortzusetzen. Er kündigte an, dass das Land das zunächst auf drei Jahre befristete Projekt weiter mitfinanzieren und verstetigen wolle.

Der Gewässerzustand des 42 Kilometer langen Meeresarms ist seit Jahrzehnten schlecht. Die Schlei ist nach Angaben des Projektes sozusagen «überladen» an Nährstoffen; die Lebensbedingungen für die darin lebenden Tiere und Pflanzen werden dadurch beeinträchtigt. Am Grund der Schlei hat sich darüber hinaus sehr viel Faulschlamm gebildet, wie Projektleiter Matthias Böldt vom Naturpark Schlei sagte. Auch daraus lösen sich noch Nährstoffe, was zusätzlich die Gewässerqualität beeinträchtigt. Auch wenn sich der Faulschlamm nicht schnell abbauen lasse, könnten zumindest neue landseitige Nährstoff-Einträge reduziert werden, so die Idee.

Und so würden unter anderem Ackersenken - tieferliegende, häufig vernässte Teilbereiche eines Ackers - für eine gewisse Zeit nicht mehr landwirtschaftlich bearbeitet. Die offenen, staunassen Bodenflächen böten verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zusätzliche Lebensräume. Zudem werde an Rändern von Vorflutern und anderen Gewässern, die in die Schlei entwässern, gezielt Saatgut von Pflanzen angesät, die in den Gebieten vor Ort zuhause sind. So werde der Eintrag unerwünschter Nähr- und Schadstoffe in die Gewässer reduziert, sagte Böldt. Zugleich erhöhe sich das Nahrungsangebot für viele blütensuchende Insekten.

Goldschmidt betonte, mit solchen Maßnahmen könnten Landwirtinnen und Landwirte einen direkten Beitrag zum Natur- und Gewässerschutz in der Schleiregion leisten. Und womöglich auch darüber hinaus Anwendung finden: Nach Angaben von Projektbeteiligten soll ein ähnliches Projekt auch auf die Flensburger Förde übertragen werden.

© dpa
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