Küstenfischer fordern Verbringung des Elbschlicks an Land

Die Küstenfischer in Schleswig-Holstein fordern eine Verbringung des zur Fahrrinnenvertiefung aus der Elbe gebaggerten Schlicks an Land oder auf hohe See. Die Elbvertiefung und die Verklappung des Schlick wirke sich seit Jahren auf die Wasserqualität in der Nordsee aus, teilte am Sonntag der Vorsitzende der Sparte Krabbenfischerei im Landesfischereiverband, Jan Möller, mit. «Im Gegensatz zu früher ist das Nordseewasser deutlich klarer.» Was sich im ersten Moment positiv anhöre sei eine drastische Veränderung. «Durch die fehlende Trübung sind Krabben für ihre Fressfeinde Wittlinge deutlich leichter auszumachen.»
Ein Krabbenkutter auf See. © Sina Schuldt/dpa/Symbolbild

Die Krabbenfischer führen die verminderte Trübung auf eine Sandschicht zurück, die sich auf den Boden des Wattenmeeres vor den Küsten gelegt hat, so dass weniger Sediment im Wasser gelöst ist.

Die Vertiefung der Elbe habe zudem dazu geführt, dass die Flut im Tidebereich des Flusses kürzer wird und mit größerer Strömungsgeschwindigkeit komme als die Ebbe, die länger dauere und langsamer fließe, hieß es. Sand und Schlick wanderten dadurch nicht mehr vom Binnenland ins Meer, sondern umgekehrt stromauf vom Meer in Richtung Binnenland. Deshalb müsse immer mehr Sediment aus dem Hamburger Hafen rausgeschafft werden.

«An der Ems ist man aus diesem Grund dazu übergegangen, die Sedimente teilweise an Land zu verbringen und somit die Kreislaufbaggerei zu beenden», sagte der Vorsitzende des Verbands der Deutschen Kutter- und Küstenfischer, Dirk Sander.

Die Küstenfischerei fordere deshalb mit Nachdruck, die Sedimente entweder an Land nachhaltig zu entsorgen beziehungsweise weiter zu verwenden oder sie soweit draußen auf See zu verbringen, dass sie nicht weiter die Fanggründe und Wattenbereiche belasten. Zudem erwarte man, in die Gespräche im Rahmen des nun von vielen Seiten geforderten nationalen Hafengipfels zur Lösung des Schlickproblems in der Elbe einbezogen zu werden.

© dpa
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