Weniger Menschen zufrieden mit medizinischer Versorgung

Die Mehrheit der Menschen in Norden ist einer Umfrage zufolge mit der medizinischen Versorgung am Wohnort zufrieden - allerdings sinkt die Zahl. Eines liegt den Befragten besonders am Herzen.
Ein Rettungswagen parkt vor der geöffneten Tür eines Wohnhauses. © Boris Roessler/dpa/Symbolbild

In Schleswig-Holstein sind laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der AOK Nordwest weniger Menschen zufrieden mit der medizinischen Versorgung an ihrem Wohnort als vor zwei Jahren. Noch sei die Mehrheit der Befragten zwar zufrieden mit der Situation, die Zustimmungswerte hätten sich im Verlauf der Corona-Pandemie jedoch deutlich verschlechtert, teilte die Krankenkasse am Mittwoch mit. Demnach hat die Zufriedenheit nach der ersten Corona-Welle im Sommer 2020 noch bei 79 Prozent gelegen, im Juli 2022 waren es nur noch 61 Prozent.

Zudem waren den Angaben zufolge nur noch 40 Prozent der Befragten der Meinung, dass sich die dezentrale Organisation des Krisenmanagements während der Pandemie bewährt habe (2020: 47 Prozent). Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa 400 Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein befragt.

«Die Corona-Effekte spiegeln sich in fast allen Ergebnissen dieser Befragung wider», sagte AOK-Vorstandschef Tom Ackermann. Gefragt nach den Themen, die aktuell wichtig seien und worum sich die Bundesregierung kümmern sollte, liegt die «Stärkung des Gesundheitssystems» mit 79 Prozent auf Platz zwei - gleich hinter «Investitionen in Schule, Bildung und Kinderbetreuung» (85 Prozent).

Als derzeit größtes Problem für das deutsche Gesundheitswesen nennen 89 Prozent der Befragten den Fachkräftemangel. «Das sollten alle Akteure als Auftrag verstehen und sie motivieren, das deutsche Gesundheitswesen für die Menschen noch leistungsfähiger und gerechter zu gestalten», sagte Ackermann.

Er sicherte zu, sich weiterhin für innovative Versorgungsformen im Land einsetzen zu wollen. Ein gutes Beispiel sieht er vor allem in Videosprechstunden als Ergänzung zum Praxisbesuch. So können sich der Umfrage zufolge etwa zwei Drittel (67 Prozent) der Menschen in Schleswig-Holstein inzwischen vorstellen, sich mit Fragen zu ihrer Gesundheit per Videosprechstunde an einen Arzt oder Ärztin zu wenden. Allein mit Versicherten der AOK Nordwest wurden im vergangenen Jahr insgesamt 12 882 Videosprechstunden abgehalten. 2019 - also vor der Pandemie - waren es gerade einmal sieben.

Dabei zeigten sich 97 Prozent der Befragten mit dem Angebot zufrieden oder sehr zufrieden. «Die Videosprechstunden haben sich weiter etabliert. Wir sehen Telemedizin als eine sinnvolle Ergänzung zum persönlichen Kontakt zwischen Patient und Arzt», sagte Ackermann. «Nicht nur auf dem Land, wo die Wege zur Praxis weiter sein können, machen digitale Lösungen wie die Videosprechstunde Sinn.»

Seiner Ansicht nach hat die Corona-Pandemie gezeigt, wie dringend solche digitalen Lösungen im Gesundheitswesen benötigt werden. Gerade der telemedizinische Service wie die digitale Fernuntersuchung, -diagnose und -überwachung können mit dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sicherzustellen, wie Ackermann sagte. «So stehen zum Beispiel einer sinkenden Anzahl verfügbarer Pflegefachkräfte steigende Bedarfe unserer älter werdenden Gesellschaft gegenüber.»

© dpa
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