Verhandlungen der privaten Busunternehmen abgesagt

Bis Freitag sollen Busse der privaten Busbetriebe im Norden nicht fahren. Arbeitgeber und Gewerkschaft werfen sich gegenseitig fehlende Verhandlungsbereitschaft vor. Gespräche am Montag wurden wegen des Streiks vom OVN abgesagt.
«Warnstreik!» steht auf einem Schild. © Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Die für Montag geplante Fortsetzung der Tarifverhandlungen für die Fahrer der privaten Busbetriebe in Schleswig-Holstein haben nicht stattgefunden. Die Arbeitgeber sagten die Gespräche am Morgen wegen eines parallelen Warnstreiks ab. «Es versteht sich von selbst, dass die Busunternehmer ihre Betriebe an Streiktagen nicht im Stich lassen können und werden, also nicht gleichzeitig am Verhandlungstisch sitzen können», sagte OVN-Verhandlungsführer Klaus Schmidt. Er sprach von «sinnlosen Streiks». Am Bahnhof in Kiel demonstrierten am Montag Busfahrer. «Sie waren laut und wütend», sagte Verdi-Sprecher Frank Schischefsky. Gewerkschaft und Polizei sprachen von 500 Teilnehmern.

Verdi hatte die Fahrer zu einem fünftägigen Warnstreik aufgerufen, der bis Freitagabend laufen soll. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass sich daran die meisten Fahrer der betroffenen Unternehmen beteiligten, wie ein Sprecher sagte. Dazu zählt auch Autokraft, die laut Verdi den überwiegenden Teil der im OVN organisierten Branche ausmacht. Nach Angaben des OVN beteiligen sich aber nur ein halbes Dutzend der 70 Mitgliedsunternehmen an der Protestaktion.

Die Gewerkschaft kritisierte die Absage der Arbeitgeber, am Montag die Verhandlungen wieder aufzunehmen. «Es ist eine unfassbare Vorgehensweise, um auf Zeit zu spielen. Langsam aber sicher muss man die Frage stellen, ob der OVN überhaupt noch in der Lage und willens ist, einen Tarifvertrag ernsthaft verhandeln zu wollen oder zu können», sagte Verdi-Sprecher Frank Schischefsky. Die Tarifkommission habe beschlossen, «dass jede weitere Verhandlung von Streiks begleitet werden wird».

Pendler müssten sich auch an den kommenden Tagen in weiten Teilen Schleswig-Holsteins auf den Ausfall von Busverbindungen einstellen. Verdi hatte bei der Ankündigung des Protests in der vergangenen Woche angekündigt, den Warnstreik vorzeitig auszusetzen, sollte es am Montag eine Einigung geben.

Verdi fordert für die rund 1900 Beschäftigten eine Erhöhung der Tarife von 1,95 Euro pro Stunde bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten, ebenfalls 1,95 Euro mehr für Werkstattmitarbeiter. Aktuell liege der Stundenlohn bei 16,80 Euro, die Forderung entspricht demnach einer Erhöhung von rund 12 Prozent. Außerdem fordert Verdi die Übernahme des Jahresbeitrages einer Solidarkasse der Gewerkschaft in Höhe von 21 Euro. Diese hilft in Not geratenen Mitgliedern.

Der OVN hat neben 300 Euro Inflationszuschuss bei einer Laufzeit von 30 Monaten eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent zum 1. Oktober angeboten, eine Erhöhung von 2 Prozent zum 1. Oktober 2023 sowie eine weitere Erhöhung zum 1. Oktober 2024.

Der Arbeitgeberverband bleibe verhandlungsbereit und werde kurzfristig neue Verhandlungstermine vorschlagen - unter der Bedingung, dass der Verhandlungstag streikfrei bleibt, sagte Schmidt. «Das Verharren auf Maximalforderungen hilft hier bei allem Verständnis für die schwierige Situation des Fahrpersonals niemandem weiter.» Verdi bot dem Verband bereits mehrere Verhandlungstermine an, einige davon bereits in der kommenden Woche. «Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, wird es weitere Streiks nach den Ferien geben müssen.»

© dpa
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