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St. Paulis Göttlich: Stadion-Gewalt mit Prävention begegnen

Nach der jüngsten Randale bei Spielen ist die Forderung wieder laut geworden, Vereine sollten die Kosten für Polizeieinsätze übernehmen. Präsident Oke Göttlich vom FC St. Pauli hält nichts davon.
Oke Göttlich
Oke Göttlich, Präsident vom FC St. Pauli, steht im Stadion. © Philipp Szyza/dpa

Präsident Oke Göttlich vom Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli hat die Forderung nach Übernahme zusätzlicher Polizeikosten bei Hochrisikospielen zurückgewiesen. «Ich halte diese Forderung für eskalativ und nicht zu Ende gedacht, denn die innere Sicherheit ist eine zentrale staatliche Aufgabe», schrieb er in einem Gastbeitrag für die «Süddeutsche Zeitung». «Wer soll entscheiden, welche Einsätze von Großveranstaltern bezahlt werden und welche vom Staat?»

Zudem sei es die Polizei, die über den Umfang des Einsatzes entscheide. «Die Veranstalter hätten kein Mitspracherecht, müssten aber die zusätzlichen Kosten tragen», meinte der 47-Jährige, der auch im Präsidium der Deutschen Fußball Liga sitzt. «Der Veranstalter selbst ist weder Störer noch hat er die Störungen veranlasst. Zahlen soll er trotzdem.»

In den vergangenen Wochen hatte es unter anderem in der 2. Bundesliga bei den Spielen Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig und FC St. Pauli gegen Hannover gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Fans untereinander und von Fans mit der Polizei gegeben.

Göttlichs Club stehen zwei Hochrisikospiele bevor: Am Samstag (13.00 Uhr/Sky) spielt die Mannschaft bei Hansa Rostock. Am Freitag (18.30 Uhr/Sky) kommender Woche steht das Stadtderby gegen den Hamburger SV an.

Göttlich plädierte für mehr Engagement bei der Prävention. In Hamburg seien gute Erfahrungen damit gemacht worden, «wenn Behörden, Fans, Feuerwehr, Sanitätsdienste und Polizei sich vorab auf Augenhöhe begegnen und in den Dialog treten».

Auch in anderen Bundesländern habe diese Maßnahme dazu geführt, «dass die Polizei ihre Präsenz und Einsatzstunden reduzieren konnte.» Nur wenn es unterlassen werde, «ständig mit dem Finger auf andere zu zeigen, können wir für alle Beteiligten gewaltfreie Spieltage schaffen».

© dpa
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