Kritik an Übergangslösung zur Förderung von Sprach-Kitas

Auch in Hamburg werden mit Mitteln des Bundes seit vielen Jahren sogenannte Sprach-Kitas mit viel Geld gefördert. Nun aber will der Bund das Programm auslaufen lassen. Hamburg kritisiert das und fordert eine sinnvolle Lösung.
Eine Praktikantin liest in einer Kita Kindern vor. © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat die vom Bund vorgeschlagene Verlängerung der Förderung für die sogenannten Sprach-Kitas kritisiert. Diese Übergangslösung für ein halbes Jahr sei «keine Hilfe für die Länder, sondern eine doppelte Kürzung», sagte die Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. So seien die Mittel für das Sprach-Kita-Programm gekürzt worden. «Und statt eine bessere Lösung zu finden, sollen die übrig gebliebenen Mittel nun auch noch aus der bereits zugesagten Förderung des Gute-Kita-Gesetzes entnommen werden», erklärte Leonhard ihre Kritik. Also von Geld, das ohnehin nach Hamburg geflossen wäre.

Leonhard forderte stattdessen, dass das Familienministerium und das Finanzministerium in Berlin zeitnah eine sinnvolle Lösung finden müssten, die sicherstelle, dass wenigstens die bisherige Förderung bestehen bleibe. «Sprachförderung in Kitas ist erforderlicher denn je - gerade in einem Jahr, in dem so viele Geflüchtete nach Hamburg gekommen sind wie nie zuvor.»

Hamburg gibt eigenen Angaben zufolge im Jahr mehr als eine Milliarde Euro für die Kita-Betreuung aus. 2022 kommen zudem 8,4 Millionen Euro vom Bund, die in die Sprach-Kitas fließen. Damit würden insgesamt 336 zusätzliche halbe Sprach-Fachkraftstellen in 287 Hamburger Kitas sowie 27 zusätzliche Sprach-Kita-Fachberatungen gefördert.

Der Bund hatte im Sommer das Auslaufen zum Ende dieses Jahres und vor wenigen Tagen die Übergangslösung für das erste Halbjahr 2023 angekündigt. Für diesen Übergang stellt das Familienministerium 109 Millionen Euro aus dem eigenen Etat zur Verfügung, wie Familienministerin Laura Paus (Grüne) vor einer Woche sagte.

Dafür sollen Bundesmittel aus dem vier Milliarden Euro schweren Etat für das neue Kita-Qualitätsgesetz «umgeschichtet» werden. Mit der Übergangslösung sei zudem Erwartung an die Länder verknüpft, die Sprach-Kitas ab dem Sommer selbst weiter zu finanzieren.

Aus Landesmitteln kann die Lücke einem Hamburger Behördensprecher zufolge allerdings nicht geschlossen werden, ohne dass dieses Geld dann an anderen Stellen fehlt.

© dpa
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