Diakonie startet Winternotprogramm in Schleswig-Holstein

Wenn es draußen kalt wird, machen es sich die Menschen in ihren Häusern und Wohnungen gerne gemütlich. Davon können Obdachlose nur träumen. Für sie geht es darum, nicht zu erfrieren.
Heiko Naß, Vorstand der Diakonie Schleswig-Holstein, spricht während eines Pressetermins. © Frank Molter/dpa

Die Diakonie Schleswig-Holstein startet ihr Winternotprogramm. Oberstes Ziel sei es, Menschen ohne Obdach vor dem Erfrieren zu schützen. Die Situation wohnungsloser Menschen sei schlimm und sie werde schlimmer, sagte Diakonievorstand und Landespastor Heiko Naß bei der Vorstellung des Programms am Freitag. «Es besteht dringender Handlungsbedarf.» Die meisten Plätze seien bereits belegt. Steigende Lebenshaltungskosten machten die Lage für die Betroffenen noch schwieriger.

Naß begrüßte, dass die Landesregierung ihren Anteil am Winternotprogramm in diesem Jahr auf 50.000 Euro mehr als verdoppelt habe. Zu dem Programm gehören unter anderem zusätzliche von der Diakonie betreute Schlafplätze in Containern, erweiterte Öffnungszeiten in Betreuungs- und Beratungsstellen und die Ausgabe von Isomatten, Schlafsäcken, Schuhen sowie warmer Kleidung.

Genaue Zahlen, wie viele Menschen auch im Winter in Schleswig-Holstein im Freien übernachten, gibt es nicht. Alleine für Kiel liege die Schätzung bei 50 bis 60 Personen, sagte Diakonie-Referentin Kathrin Kläschen. Nach einer Erhebung waren am Stichtag 31. Januar 2022 mehr als 8500 Menschen in Schleswig-Holstein ordnungsrechtlich untergebracht. Das heißt, ihnen wurde von den Kommunen Platz in Wohnungen, Hotels, Wohncontainern oder ähnlichem gewährt.

Claudia Engelmann vom Deutschen Institut für Menschenrechte betonte, dass die Kommunen verpflichtet seien, Menschen ohne Obdach unterzubringen. Dabei würden allerdings die Grund- und Menschenrechte oftmals nicht beachtet, etwa der Schutz der Privatsphäre, das Recht auf Bildung oder das Recht auf Gesundheit. Ziel müsse es sein, die ordnungsrechtliche Unterbringung so kurz wie möglich zu halten. Allerdings betrage die Unterbringungszeit in rund 60 Prozent der Fälle mehr als zwei Jahre, weil es an Wohnungen fehle. «Die Kommunen dürfen nicht alleine gelassen werden», forderte Engelmann.

Naß forderte, das Grundübel zu beseitigen. «Wir benötigen mehr bezahlbaren Wohnraum und akut endlich ausreichend und angemessen ausgestattete Notunterkünfte, damit Wohnungslose menschenwürdig untergebracht werden können.» Verbindliche Mindeststandards seien nötig.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Bundesliga: Hertha wieder im Chaos: Trennung von Bobic nach Derby-Pleite
Tv & kino
RTL: Dschungelcamp-Finalisten stehen fest
Tv & kino
Filmfestival: Ophüls Preis für «Alaska» und «Breaking the Ice»
Tv & kino
Schauspieler: Dimitrij Schaad erhält Ulrich-Wildgruber-Preis
Das beste netz deutschlands
Featured: DeepL Write: So nutzt Du die KI-Schreibhilfe für Texte
Das beste netz deutschlands
Featured: Chat GPT: So nutzt Du den KI-Bot von OpenAI
Internet news & surftipps
Extremismus: SPD-Abgeordneter für 14-Tage-Speicherpflicht für IP-Adressen
Reise
Flüge verspätet und gestrichen: Streik am Düsseldorfer Airport: Diese Rechte haben Reisende
Empfehlungen der Redaktion
Regional hamburg & schleswig holstein
Bildung: Verbände fürchten um Bestand der Sprach-Kitas im Land
Regional hamburg & schleswig holstein
Regierung: Verbände und Opposition fordern Entlastungspaket des Landes
Regional hamburg & schleswig holstein
Ukraine-Krieg: Unterbringung Geflüchteter stellt Städte teils vor Probleme
Regional berlin & brandenburg
Berlin: Stadtmission: Kältebusse sind stark ausgelastet, Not wächst
Regional berlin & brandenburg
Berlin: Hilfsstellen für Bedürftige vor Herausforderungen
Regional niedersachsen & bremen
Unterbringung: Stadt Hannover kauft Klinikgebäude für Geflüchtete
Regional berlin & brandenburg
Hilfsorganisation: Kältehilfe beginnt voller Sorge um Energiekosten
Regional hamburg & schleswig holstein
Kriminalität: Besatzung entdeckt vor Abfahrt nach Kanada blinde Passagiere