Hamburgs Flughafenchef zieht positive Bilanz der Ferienzeit

Schlangen bis vor das Terminal, Probleme mit dem Gepäck - der Sommer 2022 wurde von vielen Flugpassagieren bisweilen als ärgerlich erlebt. Laut Hamburgs Flughafenchef ist das auf eine Vielzahl von Gründen zurückzuführen.
Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung am Hamburg Airport. © Christian Charisius/dpa/Archiv

Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler hat eine unter dem Strich positive Bilanz der abgelaufenen Sommerferienzeit gezogen. «Ich will nicht sagen, dass das perfekt war, aber wir sind ordentlich da durch gekommen», sagte Eggenschwiler am Donnerstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Angesichts wiederkehrender Bilder von langen Schlangen vor den Sicherheitskontrollen sprach er von «einigen Ausreißern, die indiskutabel waren». Abgesehen davon sei es «einigermaßen gelaufen». Der Großteil der Passagiere habe die «Reise so erlebt, wie vor der Pandemie».

Die Wartezeiten am Sicherheitscheck haben sich nach Angaben des Flughafenchefs inzwischen deutlich normalisiert. Zur Stoßzeit in den frühen Morgenstunden dauere es dort etwa eine halbe Stunde, tagsüber mitunter nur rund zehn Minuten. Allerdings habe sich bei den Abläufen noch nicht die Stabilität eingestellt, «wo ich ruhig wäre». Rückblickend räumte Eggenschwiler ein, dass zu spät begonnen worden sei, zusätzliches Personal einzustellen.

Um die Sicherheitskontrollen im Interesse der Passagiere zu optimieren, könnte aus Sicht des Flughafens auch das Frankfurter Modell interessant sein. «Das wird ein Thema, das wir uns ansehen», sagte Eggenschwiler. An Deutschlands größtem Flughafen übernimmt vom kommenden Jahr an der Flughafenbetreiber Fraport die Regie über den bislang von der Bundespolizei gesteuerten Sicherheitscheck von Passagieren und Gepäck.

Eggenschwiler betonte, dass für die Systemüberlastung im Flugverkehr eine ganze Reihe von Faktoren verantwortlich seien, die nur zum Teil in der Macht des Flughafens lägen. «Richtig tierisch geärgert» habe er sich beispielsweise über kurzfristige Flugstreichungen seitens der Airlines und über das Dauerproblem mit nachgeliefertem Gepäck. Nach wie vor stapelten sich am Flughafen rund 1000 Koffer des so genannten Rush-Gepäcks. Das sind Koffer, die nicht zeitgleich mit Flugreisenden in Hamburg ankommen, sondern mit einem anderen Flug hinterhergeschickt werden. «Das hat sehr viel Zeit gekostet und ist auch noch nicht gelöst», sagte Eggenschwiler. Derzeit entspreche die Menge solcher Gepäckstücke, die täglich hinzukommt, etwa der Menge, die abgearbeitet wird.

Erschwert werden die Ablauf-Planungen der Flughafen-Manager derzeit auch durch ungewöhnlich viele Flugverspätungen. Gleichzeitig kommt laut Eggenschwiler hinzu, dass Passagiere derzeit deutlich kurzfristiger buchten als vor der Pandemie.

Allein während der am Mittwoch zu Ende gegangenen Hamburger Sommerferien haben nach Angaben Eggenschwilers 1,7 Millionen Passagiere den fünftgrößten deutschen Flughafen genutzt. Damit habe man etwa 70 Prozent des Niveaus von 2019 erreicht. Pro Woche zählte der Flughafen demnach rund 260 000 Passagiere. «Das bleibt auch ziemlich stabil so über die kommenden Wochen.» Für 2022 bleibt der Flughafen bei seiner Prognose von rund 11 Millionen Passagieren. Das wäre für das Gesamtjahr ein Niveau von knapp zwei Dritteln des letzten Vor-Corona-Jahres 2019. Für 2023 wird weiterhin mit einem Niveau von 80, für 2025 von 85 Prozent kalkuliert.

© dpa
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