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Schuss durch Wohnungstür - Zeuge nimmt «stieren Blick» wahr

Ein Mann schießt mit einem Gewehr durch die Wohnungstür seiner Nachbarin. Wollte er aus rechtsradikaler Gesinnung töten, wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft? Im Mordversuchs-Prozess haben nun weitere Zeugen ausgesagt.
Justitia
Eine Figur der blinden Justitia. © Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Im Prozess um den potenziell tödlichen Schuss eines Mannes durch die Wohnungstür einer jungen Frau in Hamburg-Niendorf haben am Montag weitere Zeugen ausgesagt. Ein Nachbar der 25-jährigen Pakistanerin sagte am Dienstag vor dem Landgericht Hamburg, dass er wenige Wochen vor der Tat eine Veränderung bei dem angeklagten Deutschen festgestellt habe. Der 49-Jährige, der in der Wohnung über der Frau lebte, habe einen «stieren Blick» gehabt, der auch anders gewesen sei, als wenn er sonst getrunken habe. «Als ob er was im Kopf hatte, was er loswerden wollte.»

Der 86-Jährige kennt den Angeklagten nach eigenen Angaben seit Längerem und traf ihn gelegentlich in der Kneipe. Er berichtete, der Angeklagte habe mit Blick auf ausländische Nachbarn häufiger von «Gesocks» gesprochen. Zudem habe er auch mal gesagt: «Das Gesocks soll man wegschießen», bestätigte der Zeuge seine frühere Angabe bei der Polizei. Er habe aber nie gewusst, ob das ernst gemeint sei.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord vor. Der Mann hatte zum Prozessauftakt eingeräumt, am 27. Mai dieses Jahres mit einem Gewehr durch die geschlossenen Tür seiner Nachbarin geschossen zu haben. Laut Anklage verübte er die Tat «aufgrund seiner ausgeprägten rechtsradikalen und fremdenfeindlichen Gesinnung».

Das Projektil hatte die Tür sowie eine Kommode durschlagen und war in der Wand steckengeblieben. Menschen wurden nicht getroffen. Sie hätten sich im Wohnzimmer und nicht im Wohnungsflur aufgehalten, hatten die nach eigenen Angaben schwangere Bewohnerin und ihre Schwiegermutter am ersten Prozesstag berichtet.

Der Angeklagte hatte bei seiner Aussage betont, er habe mit dem Schuss niemanden treffen wollen. Er habe die Nachbarn nur erschrecken wollen, deren angebliche Lautstärke ihn zu früheren Zeitpunkten häufiger gestört habe.

Eine weitere als Zeugin geladene Nachbarin betonte am Montag, dass sie über die neuen Hausbewohner - anders als über die Vormieter - keine Beschwerden wegen Lautstärke gehört habe. Die 54-Jährige bestätigte ihre frühere Angabe bei der Polizei, wonach sie am Tattag mitbekommen habe, wie der Angeklagte zu ihrem Mann gesagt habe: «Das sind Affen», die sollten alle wegziehen.

Ihr Mann, der am zweiten Prozesstag ebenfalls als Zeuge aussagte, konnte sich daran nach eigenen Angaben nicht erinnern. Er berichtete aber, dass der Angeklagte in Gesprächen zum Teil rechtsradikale Äußerungen gemacht habe. «Er hat sich halt negativ über Ausländer geäußert», so der 55-Jährige. Am Dienstag wird der Prozess fortgesetzt.

© dpa
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