Hamburg: Bei Grundschul-Bildungsvergleich auf Platz sechs

Deutschlandweit haben sich die Leistungen der Viertklässler laut einer neuen Bildungsstudie im Schnitt verschlechtert. Hamburgs Grundschüler konnten hingegen das Niveau größtenteils halten. Damit schneidet die Hansestadt im Länderranking deutlich besser ab als bisher.
Eine Schülerin meldet sich im Unterricht. © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Hamburgs Grundschüler haben in einem bundesweiten Bildungsvergleich Boden gutgemacht. In dem am Montag bei der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin vorgestellten IQB-Bildungstrend 2021 belegt Hamburg insgesamt Platz sechs - das beste bisher erzielte Ergebnis. Für die Studie waren im vergangenen Jahr bundesweit die Kompetenzen der Viertklässler in den Bereichen Mathe, Lesen, Zuhören und Rechtschreibung überprüft und ausgewertet worden.

Während der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Regelstandards schafften, deutschlandweit gegenüber der letzten Untersuchung von 2016 sank, konnte das Niveau in Hamburg weitgehend gehalten werden - was die Hansestadt im Länderranking nach vorne brachte. Zum Vergleich: Bei der ersten Studie 2011 hatte Hamburg nach Angaben der Schulbehörde über alle Fächer hinweg durchschnittlich noch auf Platz 14 gelegen.

Laut Bildungstrend blieben im Vergleich zur letzten Erhebung die Ergebnisse in den Kompetenzbereichen Lesen, Rechtschreibung und Mathe in Hamburg weitgehend unverändert. Nur beim Zuhören fielen sie demnach signifikant geringer aus.

Die Pisa-Nachfolgestudie überprüft seit 2011 im Fünf-Jahres-Rhythmus die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler der letzten Jahrgangsstufe der Grundschule anhand eines von der KMK festgelegten Regelstandards und bildet diese auf einer 500-Punkte Skala ab.

Beim Lesen wurde für die Hamburger Viertklässler ein Wert von 479 ermittelt - besser schnitten nur die Grundschüler in Bayern und Sachsen (je 496) ab. Bei der Rechtschreibung erreichten die Hamburger Schülerinnen und Schüler 472 Punkte, bundesweit Platz acht. In Mathe lagen die Hamburger mit 462 Punkten genau auf dem Bundesdurchschnitt und ebenfalls auf Platz acht; beim Zuhören mit 464 Punkten zwar schlechter als noch 2016, aber im Ländervergleich immerhin noch auf Platz fünf.

Für den aktuellen Bildungstrend waren die Hamburger Viertklässler nach Angaben der Schulbehörde unmittelbar nach Ende des Corona-Lockdowns im Mai 2021 getestet worden.

«Hamburg kann sich vom schlechten Bundestrend absetzen», sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). «Kein anderes Bundesland hat sich in den letzten zehn Jahren so stark verbessert wie Hamburg.» Jahrelang hätten die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen das Schlusstrio gebildet. Die Verbesserung mache Mut, sagte er. «Aber es bleibt noch viel zu tun.»

Das sah auch die bildungspolitische Sprecherin der CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft so. Um den pandemiebedingten Leistungsverlust auszugleichen, brauche es dauerhafte Anstrengungen. Zwar verweise auch Rabe auf das Bundesförderprogramm «Aufholen nach Corona». «Doch die Ampelregierung in Berlin will das erfolgreiche Programm nicht fortsetzen», sagte sie und forderte den Senat erneut auf, sich bei der Bundesregierung für eine Fortführung einzusetzen. Notfalls müssten die notwendigen finanziellen Mittel durch Landesmittel ersetzt werden.

Sabine Boeddinghaus, Bildungsexpertin der Linksfraktion, kritisierte, dass vor allem Kinder aus sozial schwachen Familien es in Deutschland nach wie vor schwerer hätten, die Kompetenzstandards zu erfüllen. «Seit dem Jahr 2000 identifiziert jede Bildungsstudie die soziale Ungerechtigkeit unseres Bildungssystems, weil nach wie vor die Herkunft über den jeweiligen Bildungserfolg bestimmt», sagte sie. Dieser Befund habe sich laut der aktuellen Erhebung noch einmal verstärkt.

© dpa
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