FDP-Fraktion kritisiert Kettenverträge bei Aushilfslehrern

Wer mehrfach hintereinander Anstellungsverträge auf Zeit bekommt, kann nicht sicher planen. Das kritisiert die FDP bei Lehrern zur Aushilfe in Schleswig-Holstein. Das Land verteidigt seine Praxis.
Ein Lehrer steht im Unterricht an der Tafel. © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Aus der FDP-Fraktion kommt Kritik an der Praxis des Landes, Lehrer zur Aushilfe mehrfach hintereinander mit Zeitverträgen zu beschäftigen. Die Landesregierung sollte diese Fachkräfte so schulen, dass sie regulär und entfristet an den Schulen eingesetzt werden können, forderte Fraktionschef Christopher Vogt. «Hierfür fordern wir verstärkte Anstrengungen, um sofort eine Verbesserung der Unterrichtsversorgung zu erreichen und die Praxis der Kettenverträge an den Schulen zu beenden», sagte er der dpa.

Der Fraktionschef reagierte damit auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage unter anderem zur Zahl der befristet beschäftigen Lehrer im Land. Wegen der Umstellung auf ein neues Personalmanagementverfahren sei dazu derzeit keine Auswertung möglich, antwortete das Bildungsministerium. «Uns erstaunt, dass die Landesregierung offenbar nicht mal weiß, wie viele Lehrkräfte längerfristig als Aushilfen eingesetzt werden, obwohl die dafür nötige Software zur Erfassung bereits seit einem halben Jahr im Einsatz ist», sagte Vogt.

Die Praxis der Kettenverträge verschärft aus Sicht des Abgeordneten den Lehrkräftemangel unnötig und führt zu Frust. «Statt den Aushilfen eine Perspektive für eine dauerhafte Anstellung zu bieten, werden sie mit Kettenverträgen vergrault und der Einstieg in den Lehrerberuf unnötig erschwert. Mit der vielgepriesenen Attraktivität des Lehrerberufes hat das nichts zu tun.»

Nach Angaben des Ministeriums ist der Abschluss mehrerer befristeter Verträge hintereinander oder die Verlängerung von befristeten Verträgen bei Vorliegen eines Sachgrundes grundsätzlich zulässig. Vertretungsverträge seien ein Instrument zur Sicherung der Unterrichtsversorgung und dient nicht der dauerhaften Erwerbssicherung. «Die Landesregierung verkennt jedoch nicht, dass durch den Abschluss mehrerer Vertretungsverträge hintereinander bei den Vertragsnehmern Hoffnungen auf eine dauerhafte Beschäftigung wachsen.»

© dpa
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