Konservierung von Grabkammer aus Slowakei abgeschlossen

27.04.2022 Nach fast 16 Jahren in einer Konservierungsflüssigkeit und in einem Sandbett kehrt eine hölzerne Grabkammer heim in die Slowakei. Sie ist bereits etwa 1600 Jahre alt. In Schloss Gottorf sind die Experten stolz.

Tereza Stolcova (l-r), Wissenschaftlerin am Archäologischen Institut in Nitra, Slowakei, unterhält sich mit den Archäologen Janosch Willers und Nina Lau vom Landesmuseum aus Schleswig über einen rund 1600 Jahre alten Holzpfeiler. © Frank Molter/dpa

Zwei vollständig erhaltene 1600 Jahre alte Grabkammern, die im Jahr 2005 im slowakischen Poprad-Matejovce entdeckt wurden, kehren an ihren Fundort zurück. 16 Jahre lang waren die Hölzer im Museum für Archäologie am Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum Schloss Gottorf konserviert worden. Dabei sei auch ein kostengünstigeres und weniger aufwendiges Verfahren zur Trocknung speziell großes Hölzer erprobt worden, sagte der Sprecher des Museums, Frank Zarp, am Dienstag.

Statt in einer Vakuum-Gefriertrocknungsanlage seien Balken seit 2020 dabei in einer dicken Schicht aus grobkörnigem Sand getrocknet worden. Die Hölzer waren zunächst lange gewässert und dann von 2011 an mit einer Konservierungsflüssigkeit in ansteigender Konzentration getränkt worden. Dann wurde dem Holz in der Gefriertrocknungsanlage oder eben im Sandbett ganz langsam die Flüssigkeit entzogen.

Die etwa 60 bis zu 4 Meter langen Balken und etwa 20 kürzere Bohlen sollen nach Angaben Zarps am Mittwoch per Lastwagen zurück nach Poprad-Matejovce gebracht werden. Das aus zwei ineinander verschachtelten hölzernen Kammern bestehende Grab aus der frühen Völkerwanderungszeit (um etwa 370 nach Christus) war 2005 im Nordosten der Slowakei entdeckt worden. «Der Fund war für Europa eine Sensation, weil die Hölzer ungewöhnlich gut erhalten waren», sagte Zarp.

Der gute Zustand ist vermutlich Grabräubern zu verdanken. «Das Grab wurde wahrscheinlich schon wenige Jahrzehnte nach der Bestattung beraubt, so dass ein riesiges Loch in der Grabkammer klaffte», sagte Zarp. «Durch dieses Loch lief die Grabkammer voll Wasser, was die Hölzer konserviert hat.»

In der 3,95 Meter mal 2,70 Meter großen Außenkammer befand sich eine zweite Kammer mit einer Länge von 2,90 Metern und einer Breite von 1,70 Metern. In dieser inneren Kammer hätten die Archäologen umfangreiches Mobiliar gefunden, darunter einen gedrechselten Tisch aus Pappelholz und eine ebenfalls gedrechselte, zwei Meter lange Totenliege, sagte Nina Lau vom Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie am Landesmuseum. Bei dem Toten habe es sich vermutlich um einen unter 20-jährigen Mann mit herausragendem sozialem Status gehandelt, sagte sie.

An der Konservierung und Dokumentation waren den Angaben zufolge Wissenschaftler aus sieben europäischen Ländern beteiligt. Der Fund wird auf den Übergang von der späten römischen Kaiserzeit in die frühe Zeit der Völkerwanderung datiert.

© dpa

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