Stralsunds Werft: Erste Kiellegung nach Neustart

Nach längerer Zeit wird auf der Stralsunder Werft wieder ein Schiff auf Kiel gelegt. Nicht die einzige gute Nachricht für den Standort.
Ein Bauteil der neuen Elektro-Autofähre steht bei der feierlichen Kiellegung in der Schiffbauhalle. © Stefan Sauer/dpa

Die Stralsunder Werft kann nach ihrer Übernahme durch die Stadt und dem Neustart als Gewerbepark die erste Kiellegung sowie einen neuen Pächter verbuchen. Eine 37 Meter lange Elektro-Autofähre vom Stahlbauunternehmen Ostseestaal und dessen Tochter Ampereship ist am Mittwoch auf Kiel gelegt worden. Außerdem unterzeichnete die Firma Strela Shiprepair GmbH nach Angaben der Stadt als sechster Pächter einen Vertrag. Sie wolle ab Januar 2023 Schiffe am Strelasund reparieren und zunächst mit 35 Schiffbauern beginnen, teilte die Stadt mit.

Hinter Strela Shiprepair steht den Angaben zufolge ein Interessenverbund von Reedern und Schiffsbetreuern von der Nord- und der Ostseeküste. «Für uns ist Stralsund der ideale Standort, denn Werften mit einem Schiffslift gibt es in ganz Europa gerade mal ein halbes Dutzend», lobte Niels Severin vom Verbund der ReedEr.

Die Stadt hatte das Gelände nach der Insolvenz von MV-Werften übernommen, um einen maritimen Gewerbepark zu entwickeln. Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) erklärte erneut die Strategie der Stadt: «Unser Ziel ist es, breit aufgestellt zu sein in den Bereichen Schiffbau und -reparatur sowie alternativen Antriebs- und Energieformen.»

Anlässlich der Kiellegung betonte Philipp Peuß, Marketing Manager von Ostseestaal und Ampereship: «Ganz besonders stolz macht mich, dass wir die ersten sind, die nach langer Zeit wieder in dieser symbolträchtigen Halle ein Schiff auf Kiel legen.» Die Fähre soll in Zukunft den Lübecker Stadtteil Travemünde mit der Halbinsel Priwall verbinden.

Das 13,5 Meter breite Schiff soll Platz für bis zu 300 Menschen sowie 15 Fahrräder und 18 Pkw beziehungsweise 12 Pkw plus zwei Lkw bieten. Sie soll den Angaben zufolge von zwei Elektroaggregaten angetrieben werden. Zusätzlich komme ein Dieselgenerator zum Einsatz, um die Reichweite zu erhöhen. Mit Solarmodulen ausgestattete soll sie zunächst täglich mehr als die Hälfte der Zeit vollelektrisch und damit emissionsfrei fahren. Im Nachgang könne das Schiff ohne großen Aufwand auf einen komplett emissionsfreien Antrieb etwa mit Batterie oder Wasserstoff umgestellt werden.

Ostseestaal hat bereits mehrere Elektro-Fähren gebaut, etwa Fahrgastschiffe für den Rostocker Stadthafen oder den Bodensee. Nach alter Schiffbauertradition wurde am Mittwochvormittag der stählerne Unterbau auf eine Münze abgesenkt - in diesem Fall eine Zwei-Euro-Münze mit Lübecker Holstentor. Diese soll später geborgen werden und das Schiff als Glücksbringer begleiten.

Zu den übrigen Pächtern vor Ort gehören etwa der norwegische Schiffbauer Fosen Yard, der Windkraftanlagenbauer German Sustainables oder auch die Firma Steamergy Stralsund, die sich am Strelasund der Entwicklung und Fertigung alternativer Antriebssysteme für Schiffe widmen will.

© dpa
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