Hamburg stellt Veröffentlichung der Corona-Zahlen ab Mai ein

22.04.2022 Man hat sich inzwischen daran gewöhnt: Nach über zwei Jahren Corona-Pandemie kommen einem Begriffe wie Sieben-Tage-Inzidenz locker über die Lippen und täglich wird man über die neuesten Zahlen informiert. In Hamburg wird sich das bald ändern.

Ein Mitarbeiter testet einen Mann an einer Corona-Teststation. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

Die Hamburger Gesundheitsbehörde wird künftig nur noch wöchentlich über den Verlauf der Corona-Pandemie berichten. Mit dem Auslaufen der von der Bürgerschaft festgestellten pandemischen Lage werde auch die tägliche Veröffentlichung der Zahlen eingestellt, sagte Behördensprecher Martin Helfrich am Freitag. Ab Mai würden dann immer dienstags im Internet die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der nachgewiesenen Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, die Zahl der Infizierten in den Hamburger Krankenhäusern und die der Corona-Intensivpatienten veröffentlicht.

Die von der Bürgerschaft genutzte Hotspot-Regel zur Verlängerung der Corona-Maßnahmen in Hamburg läuft zum 30. April aus. Über das weitere Vorgehen wird der Senat am kommenden Dienstag beraten. Es wird aber nicht erwartet, dass es eine weitere Verlängerung geben wird. Damit würden dann auch in Hamburg ab dem 1. Mai fast alle Corona-Maßnahmen wegfallen. Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern war dies in den anderen Bundesländern schon zum 1. April geschehen.

Tagesaktuelle Corona-Zahlen aus Hamburg werden aber wochentags weiterhin über das Online-Angebot des Robert Koch-Instituts (RKI) abrufbar sein. Allerdings beruht die Sieben-Tage-Inzidenz des RKI auf einer anderen Berechnungsgrundlage als in Hamburg, so dass es zu einem abweichenden, geringeren Wert kommt. Die aktuelle Belegung der Intensivstationen der Hamburger Kliniken mit Corona-Patienten ist weiterhin über das Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) abrufbar.

Als Grund für die Umstellung der Berichte über die Corona-Zahlen nannte Helfrich unter anderem die mit dem Wegfall der Maßnahmen absehbar weiter sinkende Zahl der Corona-Tests. Zudem dürfte sich das Infektionsgeschehen durch saisonale Effekte zum Sommer hin weiter entspannen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) kündigte am Freitag an, die PCR-Tests in den Notfallpraxen des Arztrufs Hamburg und im fahrenden Besuchsdienst zum 1. Mai einzustellen. Grund sei, dass der Bund nach dem Auslaufen der pandemischen Lage die Finanzierung eingestellt habe.

«Der Arztruf Hamburg hat im Rahmen von Hausbesuchen des fahrenden Notdienstes und in den Notfallpraxen in den letzten zwei Jahren über 400.000 PCR-Abstriche genommen. Künftig konzentrieren wir uns wieder ausschließlich auf unsere originäre Aufgabe, die ärztliche Notfallversorgung erkrankter Menschen», sagte Caroline Roos, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Hamburg.

Wer an Erkältungssymptomen leide und einen PCR-Test machen lassen möchte, könne sich ab kommendem Monat direkt an seine Haus- beziehungsweise Facharztpraxis wenden, teilte die Behörde mit. Außerdem stünden im Stadtgebiet weiterhin rund 170 Testzentren zur Verfügung, an denen gegebenenfalls nach einem positiven Schnelltest auch PCR-Testungen vorgenommen werden könnten.

Unterdessen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag laut Behörde auf 1050,0. Am Donnerstag hatte der Wert bei 1001,1 gelegen, vor einer Woche noch bei 1274,4. Das RKI kam nach seiner Berechnung am Freitag für Hamburg auf eine Inzidenz von 703,7; bundesweit betrug sie 733,4.

4992 neue Infektionen kamen laut Behörde am Freitag hinzu - nach 4403 am Donnerstag und 4060 vor einer Woche. Damit haben sich seit Ausbruch der Pandemie mindestens 521.948 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert; 432.300 von ihnen gelten nach Schätzungen RKI als genesen. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus Gestorbenen erhöhte sich um 4 auf 2493.

453 mit Corona infizierte Patienten wurden laut Gesundheitsbehörde Stand Donnerstag in den Kliniken der Hansestadt behandelt, davon 48 auf Intensivstationen. Das waren 27 weniger beziehungsweise 8 mehr als am Vortag gemeldet. Die Hospitalisierungsinzidenz, also die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Infizierten je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, lag nach RKI-Angaben bei 3,02. Bundesweit betrug sie 4,52.

Dem RKI zufolge wurden 83,3 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger bisher mindestens einmal geimpft. Ebenso viele verfügen demnach auch über den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze. Die Quote bei den Auffrischungsimpfungen stieg am Freitag leicht um einen Zehntelpunkt auf 60,8 Prozent.

© dpa

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