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Personalmangel bei Fähren: Klagen über Arbeitsbedingungen

Bei einem Treffen wird über die Situation auf den Fähren am Nord-Ostsee-Kanal diskutiert. Doch die Probleme sind laut der Fährnutzer komplexer und gehen über den Fachkräftemangel hinaus.
Kanalfähre
Eine Fähre fährt am Morgen bei bewölktem Himmel über den Nord-Ostsee-Kanal. © Daniel Bockwoldt/dpa/Daniel Bockwoldt

Auf den Fähren am Nord-Ostsee-Kanal fehlt das Personal. Zudem klagten die ersten Schiffer über die Arbeitsbedingungen, wie die Interessengemeinschaft der Fährnutzer am Dienstag mitteilte. Diese hatte sich am Montagabend zu einem Krisengespräch mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) getroffen, um über die Situation des Fährbetriebs am Kanal zu reden.

Die Arbeitsbedingungen auf den Schiffen führten zu zahlreichen Kündigungen, berichtete die Interessengemeinschaft weiter. So fehle es nicht nur an Nachwuchs, sondern es fielen auch bestehende Arbeitsplätze weg. Zahlreiche Klagen habe es etwa über die technischen Gegebenheiten am Arbeitsplatz, das Ausreizen der Arbeitszeitregeln und fehlende Wertschätzung gegeben.

Dies läge auch an der Auslagerung der Bemannung an ein privates Unternehmen. So habe das WSA nach Angaben der Interessengemeinschaft geschildert, dass die Bemannung der Fährschiffe auf Vorgabe aus dem schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium ausgegliedert wurde. Dadurch seien zahlreiche Arbeitsplätze innerhalb des Amtes gestrichen worden.

Darüber hinaus klagte die Interessengemeinschaft auch über technische Probleme auf den Schiffen. Besonders die beiden über 70 Jahre alten Fähren Hochdonn und Audorf, sowie einige neu angeschaffte Hybridfähren machten öfters Ärger. Dabei gebe es die meisten Ausfälle wegen altbewährter Bauteile.

Schnelle Lösungen standen bei dem Treffen allerdings noch nicht im Raum: Daher forderte die Interessengemeinschaft Investitionen in das Material und die Strukturen im Fährbetrieb am Nord-Ostsee-Kanal.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat sich zu dem Treffen hingegen sehr zurückhaltend geäußert: Beide Seiten seien auf den aktuellen Stand gebracht worden, weitere Entscheidungen habe es hingegen noch nicht gegeben.

Das Amt hatte bereits vor dem Treffen zahlreiche Maßnahmen gegen den akuten Fachkräftemangel im Fährbetrieb verkündet. So solle beispielsweise für den Fährverkehr auch das Patent des Fährschiffers akzeptiert werden, um Menschen schneller einstellen zu können.

© dpa
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