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Menschen in Hamburg verbrauchen immer weniger Wasser

Dank des norddeutschen «Schietwetters» gibt die Wasserversorgung in Hamburg kaum Anlass zur Sorge. Gleichwohl vermerkt der Versorger Hamburg Wasser positiv, dass die Menschen in der Hansestadt immer weniger Wasser verbrauchen. Die Gründe sind unterschiedlich.
Hamburg Wasserreport 2023
Ingo Hannemann, Geschäftsführer Hamburg Wasser, stellt auf einer Pressekonferenz den jährlichen Wasserreport 2023 vor. © Christian Charisius/dpa

Wassersparende Hausgeräte und zuletzt auch Spardruck wegen hoher Energiekosten und der Inflation haben den Wasserverbrauch in Hamburg weiter sinken lassen. «Beim Blick auf den Wasserabsatz 2023 stellen wir zum dritten Mal in Folge einen rückläufigen Trend fest, und das obwohl seit 2022 rund 40.000 Menschen mehr in Hamburg leben», heißt es in dem am Freitag präsentierten jährlichen Wasserreport für die Hansestadt.

Bei einer Umfrage unter Verbrauchern sei herausgekommen, dass ein Drittel der Befragten seit Anfang 2022 kürzer duscht oder badet, berichtet der städtische Versorger Hamburg Wasser. «Standen sie 2021 durchschnittlich neun Minuten unter der Dusche, sind es 2023 weniger als acht Minuten. 10 Prozent gaben auch an, seltener zu duschen. Als Hauptgrund gaben sie an, Energiekosten sparen zu wollen oder dass sie aufgrund der Inflation insgesamt sparsamer geworden sind.»

Insgesamt ist der Trinkwasserabsatz in Hamburg aber schon seit den 1970er Jahren trotz gestiegener Einwohnerzahlen rückläufig, mit den einzigen beiden Ausnahmen des Hitzejahres 2018 und des Coronajahres 2020. «Seitdem nehmen die Jahresverbräuche aber wieder ab, was vor allem auf den ebenfalls gesunkenen Pro-Kopf-Verbrauch zurückzuführen ist», so Hamburg Wasser.

Die Menschen gehen also sparsamer mit dem Trinkwasser um, lautet das Fazit des Versorgers. Das gelte vor allem seit den 1980er Jahren, als Wohnungswasserzähler installiert worden seien und den Menschen einen besseren Überblick über ihren Verbrauch ermöglicht hätten. Darüber hinaus seien auch Haushaltsgeräte viel wassersparender geworden. «Diese Entwicklungen führten dazu, dass der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch in Hamburg in den letzten 40 Jahren um 31 Prozent auf 111 Liter in 2022 zurückgegangen ist.»

Derweil sorgt das sprichwörtliche «Hamburger Schietwetter» dafür, dass sich die Hansestadt nicht übermäßig um die Versorgung mit ausreichend Wasser sorgen muss. Mit Blick auf das Grundwasser dürfe man sich über den vielen Niederschlag freuen. «Dass es so viel in Hamburg regnet, verdanken wir maritimen Einflüssen in unserem Klima: Wassermassen, die in der Nordsee verdunsten, regnen in küstennahen Gebieten ab, zu denen auch Hamburg und sein Umland zählen», so der Versorger. «Bundesländer wie Sachsen oder Brandenburg sind dabei eher von kontinentalem Klima geprägt.»

Daran dürfte auch der Klimawandel nichts grundlegend ändern. Nach Angaben der Klimawissenschaftlerin Daniela Jacob vom Climate Service Center Germany (GERICS) ist in den nördlichen Bundesländern von einer Zunahme der Niederschläge im Winter und Frühjahr auszugehen. «Der Klimawandel ist ungerecht», sagte Jacob. «Wo es bisher viel geregnet hat, wird es auch weiterhin Regen geben und da wo es schon vorher trocken war, wird es zukünftig noch trockener.»

Im zurückliegenden Jahr hat sogar überdurchschnittlich viel Regen Hamburgs Grundwasserreserven kräftig aufgefüllt. «Die seit 2021 insgesamt wieder steigenden Regenmengen sorgen dafür, dass die Grundwasserkörper in und um Hamburg ein wenig durchatmen können und sich der Druck auf die Ressource verringert», sagte der Chef des städtischen Versorgers Hamburg Wasser, Ingo Hannemann, bei der Präsentation des Wasserreports.

Demnach war das hydrologische Jahr 2022/2023 (bis Ende Oktober) in der Hansestadt ein besonders nasses. Mit fast 900 Millimetern sei rund 20 Prozent mehr Regen an der Wetterstation in Fuhlsbüttel heruntergekommen als im langjährigen Mittel seit 1891, das bei 750 Millimeter liege. «Auch das dreißigjährige Mittel (1991-2020) mit 770 Millimeter wird vom Regenjahr 2022/2023 weit übertroffen.»

Im Lauf von zwölf Monaten seien nur drei Monate unter den durchschnittlichen Regenmengen geblieben, in fünf Monaten habe es relativ durchschnittlich geregnet und in vier Monaten sei teilweise extrem überdurchschnittlich viel Niederschlag heruntergekommen.

«In Hamburg können wir weiterhin auf gute Grundwasserressourcen bauen, wenn sie nachhaltig und naturnah bewirtschaftet werden», resümiert Hannemann. Allerdings sei Hamburg Wasser nicht der einzige Nutzer der Ressource. Insbesondere im Hochsommer erhöhten sich auch Bedarfe aus anderen Sektoren wie der Landwirtschaft oder der Industrie.

Um Konkurrenz zu vermeiden, seien länder- und sektorübergreifende Wasserbewirtschaftungspläne und Priorisierungen unerlässlich. «Voraussetzung dafür ist aber, wie in der Nationalen Wasserstrategie gefordert, ein transparentes Echtzeitmonitoring aller Entnahmen aus den regionalen Grundwasserressourcen, wie es Wasserversorger heute schon liefern müssen», fordert Hannemann. «Für einen effizienten Schutz der Ressource Grundwasser müssen wir die tatsächlichen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt kennen.»

© dpa ⁄ Thomas Kaufner, dpa
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