Günther: Ernährungssicherheit und Klimaschutz vereinen

«Bauerngipfel» in Rendsburg: Der Landesbauerntag bringt traditionell Landwirte und Politik zusammen. Regierungschef Günther stellt den Zusammenhang von Klimaschutz und Ernährungssicherheit heraus. Er sagt der Branche seine Unterstützung zu.
Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, nimmt an einer Sitzung des Landtags teil. © Christian Charisius/dpa/Archivbild

Die Herausforderungen bei Ernährungssicherheit und Klimaschutz lassen sich nach Überzeugung des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther nur gemeinsam meistern. Der Klimaschutz erfordere in allen Lebensbereichen Anpassungen, sagte der CDU-Politiker nach Angaben der Staatskanzlei am Freitag zum Landesbauerntag in Rendsburg. «In der Landwirtschaft müssen wir dem Klimaschutz und der Artenvielfalt aber genauso gerecht werden wie dem Ernährungsgedanken.».

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und möglicher Nahrungsmittelknappheit weltweit werde die überlebenswichtige Arbeit in der Landwirtschaft mehr als deutlich, sagte Günther. Es gehe darum, die Lebensgrundlagen zu erhalten. «Ernährungssicherheit gehört dazu. Für stabile Ernten und Erträge müssen wir aber den Klimawandel so gut es geht begrenzen.»

Günther begrüßte die Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministers, Vorgaben zu Flächenstilllegungen und Fruchtfolgen im nächsten Jahr auszusetzen. Es sei eine ethische Verpflichtung in dieser Situation, alle Möglichkeiten zur Nahrungsmittelproduktion zu nutzen, erklärte er. «Jede Tonne, die wir in Schleswig-Holstein produzieren, hilft, Hunger in der Welt zu lindern.»

Wirtschaftlich stehen viele Landwirte im Norden - abgesehen von den Schweinehaltern - auch angesichts einer guten Ernte gut da. Große Sorgen gibt es aber im Hinblick auf von der EU geplante weitere Restriktionen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. «Das ist das heißeste Thema zur Zeit», sagte Landesbauernverbandspräsident Klaus-Peter Lucht der Deutschen Presse-Agentur. Ein maßvoller Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müsse möglich bleiben. Sorgen gebe es auch im Hinblick auf die weitere Kostenentwicklung. Von dem neuen Landwirtschaftsministerium und vom Umweltressort erwarteten die Bauern pragmatische Lösungen.

Die Landesregierung werde sich mit Nachdruck weiterhin für die Interessen der Landwirtschaft einsetzen, sicherte der Ministerpräsident zu. «Die kommenden Jahre werden herausfordernd für die Landwirtschaft, aber auch für alle anderen in dieser krisenbehafteten Zeit», sagte er. «Ich will mithelfen, dass wir gut durch diese Zeit kommen.»

Der Landesbauerntag ist der politische Höhepunkt der sogenannten Landesbauernwoche. Noch bis Sonntag findet in Rendsburg die 72. Norddeutsche landwirtschaftliche Fachausstellung und Verbrauchermesse Norla statt. Schwerpunkt ist diesmal die Landtechnik. Rund 500 Aussteller präsentieren sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung, erneuerbarer Energie, Forst, Jagd, Gartenbau sowie Kommunaltechnik und Verbraucher.

Die Landwirtschaft habe einen Paradigmenwechsel eingeleitet und zuvor auch Defizite aufgearbeitet, sagte Bauernverbandspräsident Lucht. Die Landwirte müssten Qualität liefern, weil der Kunde das fordere. Sein Verband stehe auch für Vielfalt der Landwirtschaft, sagte Lucht.

© dpa
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