Pride Week: Zeichen gegen Gewalt gegen Community setzen

Zwei Jahre gab es ihn coronabedingt als Fahrraddemo. Nun soll der Christopher Street Day in Hamburg wieder so bunt werden wie vor der Pandemie - und vielleicht noch ein bisschen bunter. Das Programmheft der Pride Week ist praller gefüllt denn je.
Eine Regenbogenflagge weht. © Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Nach zwei Jahren mit pandemiebedingten Einschränkungen soll die Pride Week in Hamburg in diesem Jahr umfangreicher denn je stattfinden - und ohne Corona-Maßnahmen. Der Christopher Street Day (CSD) werde mit der aufwendigsten Pride Week in der Vereinsgeschichte eingeläutet, erklärten die Co-Vorsitzenden von Hamburg Pride, Nicole Schaening und Christoph Kahrmann, am Dienstag. Unter dem Motto «Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt» will die CSD-Demo am 6. August die steigenden Zahlen von Hasskriminalität gegen lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Personen (LGBTIQ*) thematisieren.

Der CSD wird Schaening und Kahrmann zufolge in diesem Jahr besonders politisch. «Die zunehmende Gewalt gegenüber queeren Menschen bewegt uns sehr und wir sind nicht bereit, diese Entwicklung hinzunehmen.» Sie forderten von der Politik «endlich mehr Maßnahmen, um LGBTIQ* vor Hass und Gewalt zu schützen.»

Ihren Angaben zufolge wurden im vergangenen Jahr in Hamburg 67 Straftaten von Hasskriminalität gegenüber Menschen der queeren Community polizeilich gemeldet - mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Bundesweit waren es demnach mehr als 1000.

Auch Hamburgs DGB-Vorsitzende Tanja Chawla rief am Dienstag dazu auf, Gewalt gegen queere Menschen entschieden entgegenzutreten. Zwar würden einzelne Übergriffe Aufsehen erregen. «Aber auch im Job sehen sich viele queere Kolleg*innen abfälligen Kommentaren und Anfeindungen gegenüber. Solche Vorfälle werden meist erst gar nicht gemeldet», sagte sie. «Das ist aber wichtig, nicht nur um verlässliche Zahlen zu haben, sondern auch um gezielt Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, die Gewalt gegen queere Menschen verhindern.»

Die Pride Week startet traditionell mit der Aktion «Hamburg zeigt Flagge» und dem Hissen der Regenbogenfahne am Rathaus am kommenden Freitag. Die offizielle Eröffnung findet einen Tag später auf Kampnagel statt. Dabei soll die Initiative #OutInChurch, die sich um die Verbesserung der Situation von Homo-, Bi- und Transmenschen in der katholischen Kirche bemüht, mit einem Ehren-Pride-Award ausgezeichnet werden.

Zur großen CSD-Demo erwartet Hamburg Pride mehr als eine Viertelmillion Menschen. Sie startet am 6. August am Mittag an der Langen Reihe in St. Georg und soll über Steinstraße, Mönckebergstraße, Glockengießerwall und Lombardsbrücke zum Neuen Jungfernstieg führen, wo eine Abschluss-Kundgebung geplant ist.

Bis zum CSD-Wochenende mit Straßenfest und Demo sind zahlreiche Workshops, Lesungen und Diskussionsrunden sowie ein Regenbogentag auf dem Dom geplant. Zum Rahmenprogramm gehören Auftritte des schwulen Roma-Aktivisten Gianni Jovanovic und eine Rede des Queerbeauftragten der Bundesregierung, Sven Lehmann.

Das große CSD-Finale findet am übernächsten Wochenende mit dem Pink Pauli Festival auf St. Pauli statt. Es soll die bislang größte Abschlussparty in Hamburg werden. In 15 Locations - darunter das Docks, Schmidts Tivoli, der Sommersalon und die WunderBar - würden sich alle namhaften Partyveranstalter, DJs, Künstler, Drag Queens und Influencer der Hamburger Szene auf dem Kiez versammeln.

Der Christopher Street Day erinnert an den 28. Juni 1969, als Polizisten die New Yorker Schwulen- und Lesbenbar «Stonewall Inn» in der Christopher Street stürmten und so mehrtägige Proteste von Schwulen, Lesben und Transsexuellen auslösten.

© dpa
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