Energiepreise bei geplanter Batteriefabrik in Heide im Fokus

Entsteht in Heide eine große Batteriefabrik mit tausenden Arbeitsplätzen? Der schwedische Northvolt-Konzern glaubt an den Standort. Doch die Rahmenbedingungen müssen stimmen, sagt deren Deutschland-Chef. Er meint vor allem eines.
Northvolt-Geschäftsführer Christofer Haux spricht im Wirtschaftsausschuss des Landtags. © Frank Molter/dpa/Archiv

Der schwedische Konzern Northvolt will möglichst schnell seine endgültige Entscheidung über den Bau einer großen Batteriezellenfabrik für Elektroautos in Heide treffen. Unternehmensvertreter bekräftigten am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Landtags ihre Bereitschaft zu dem Milliarden-Projekt in Schleswig-Holstein. Es gibt aber Hemmnisse. «Wir brauchen diese Fabrik für unsere Expansion», sagte der Geschäftsführer für Deutschland, Christofer Haux. «Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen.» Herausforderungen gebe es bei den Energiepreisen in Deutschland.

«Wir glauben ja, dass Heide absolut der richtige Standort für eine Batteriefabrik ist», sagte Haux. In der Region gebe es einen Überschuss an grüner Energie. Projektleiter Nicolas Steinbacher betonte mit Blick auf die Energiekosten: «Dort muss etwas geschehen.» Der ehemalige Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) fragte die Vertreter, ob sie sich abgeregelten Windstrom zu vergünstigten Preisen wünschen. Haux sagte dazu in öffentlicher Sitzung lediglich, dass neben der Versorgung mit Ökostrom auch die Kosten wichtig seien. Am Vormittag tagte der Ausschuss dazu aber auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Steinbacher skizzierte zuvor die Möglichkeit, durch Abnahme von überschüssigem Windstrom die Stromnetze zu entlasten und sprach in diesem Zusammenhang von einer Win-Win-Situation. Northvolt setze auf Nachhaltigkeit auf allen Ebenen. Geplant sei die Nutzung von gereinigtem und entsalzenem Grauwasser. Darüber habe es bereits Gespräche mit dem Wasserzweckverband gegeben. Denn für die Produktion werde eine große Menge an Kühlwasser gebraucht.

«Wir wollen in Europa wachsen», sagte Haux. Der Hersteller benötige mehr Produktionskapazitäten. Der Geschäftsführer kündigte an, das Unternehmen wolle schnellstmöglich eine Entscheidung treffen. Einen Zeitpunkt nannte er aber nicht. Im Gespräch ist eine Förderung des Baus in Höhe von 155 Millionen Euro, bislang an eine Entscheidung bis Ende des Jahres geknüpft. Der 31. Dezember sei in dieser Frage aber keine Deadline, sagte Staatskanzlei-Chef Dirk Schrödter.

Die Bauleitplanung für das Projekt im Kreis Dithmarschen geht weiter voran. «Es gibt keine Verzögerung», sagte Steinbacher. Notwendige Gutachten seien beauftragt. Mit den beiden Kommunen Norderwöhrden und Lohe-Rickelshof gebe es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Haux betonte, das Unternehmen spüre Unterstützung. Vor Beginn der Sitzung hatte Schleswig-Holsteins aus Dänemark stammender Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (parteilos) den Unternehmer begrüßt - mit schwedischen Worten.

Als Investitionsvolumen in Heide sind bis zu 4,5 Milliarden Euro im Gespräch. Northvolt-Chef Peter Carlsson hat bereits signalisiert, der Bau der Fabrik könnte sich verzögern. Als Gründe nannte er die örtlichen Strompreise und höhere Subventionen in den USA. Deshalb könnte sich das Unternehmen zunächst dort ansiedeln.

© dpa
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