Linke: «Erschreckende» Landstrombilanz für Hamburger Hafen

Die Linken in der Hamburger Bürgerschaft haben eine «erschreckende» Bilanz zur Landstromnutzung von Schiffen im größten deutschen Seehafen gezogen. «Die Landstromanlage in Altona steht seit Jahren - und wird kaum genutzt», sagte der Hafenexperte der Linken-Fraktion in der Bürgerschaft, Norbert Hackbusch, der Deutschen Presse-Agentur. «Dabei zeigen China, die USA und jetzt Amsterdam, dass eine Landstrompflicht funktioniert. Und gerade in Hamburg mit seinem Hafen mitten in der Stadt ist die Durchsetzung auch entscheidend.» Daher will sich Fraktion im Hamburger Parlament nun für eine Landstrompflicht einsetzen. Zuvor hatte der NDR berichtet.
Norbert Hackbusch (Die Linke) spricht. © Christian Charisius/dpa/Archivbild

Die am Terminal Altona liegenden Schiffe seien entweder nicht landstromfähig oder sie seien zwar landstromfähig, aber noch nicht auf die Anlage eingestellt (zertifiziert), kritisiert die Fraktion. Landstromfähige Schiffe wie die «Aidasol» legten wiederum an einem anderen Terminal an, wo bisher keine Landstromanlage existiert.

Dieser Aussage widersprach die Reederei Aida Cruises ausdrücklich. Die «Aidasol» nutze seit 2017 regelmäßig die Landstromanlage in Altona während der Liegezeit im Regelbetrieb. «Auch für alle weiteren Anläufe ist in diesem Jahr das Cruise Center Altona als Liegeplatz von Aidasol geplant», sagte eine Sprecherin weiter. «Unser Ziel ist, mit allen Schiffen unserer Flotte im Hafen, sofern technisch möglich, grünen Landstrom zu beziehen.»

Die Stadt Hamburg hat bereits die Ausrüstung auch der beiden anderen Kreuzfahrtterminals Steinwerder und Hafencity mit Landstrom angeschoben. Zudem sollen mit Tollerort und Burchardkai die ersten beiden Containerterminals mit Landstromanlagen ausgerüstet werden.

Landstrom gilt unter anderem als wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität in der Schifffahrt. Bislang lassen viele Seeschiffe im Hafen ihre Motoren weiter laufen, um sich mit Strom zu versorgen - mit entsprechenden Abgasen und CO2-Emissionen. Daher setzt auch der Hamburger Luftreinhalteplan auf eine vermehrte Nutzung von Landstrom.

Allerdings dürfte das Thema aus Wettbewerbsgründen nur im internationalen Maßstab zu lösen sein. Bei einer Pflicht zur Nutzung des im Vergleich zur Nutzung des Schiffsdiesels bislang recht teuren Landstroms könnten Reeder drüber nachdenken, auf andere Häfen ohne Landstrompflicht auszuweichen. Der - noch in der EU-Diskussion steckende - Klimaplan der EU-Kommission («Fit for 55») sieht vor diesem Hintergrund entsprechende Regeln vor.

«Hamburg sollte dem Beispiel Amsterdam folgen und nicht auf eine Regelung aus Brüssel warten, die nach den Erfahrungen der letzten Jahre immer weiter hinausgeschoben wird», heißt es nun aber von der Linken-Fraktion. Sie verlangt daher eine Landstrompflicht in Altona bis spätestens Anfang 2028, in der Hafencity und auf Steinwerder bis Anfang 2029 sowie auch an den Containerterminals.

© dpa
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