Prozess um tödlichen Arbeitsunfall auf U-Boot: Geldzahlung

Der Prozess gegen zwei Männer wegen eines tödlichen Arbeitsunfalls auf einem U-Boot vor dem Amtsgericht Kiel ist am Dienstag mit einer Geldzahlung zu Ende gegangen. Richterin Elisabeth Bellmann stellte das Verfahren mit Zustimmung aller Beteiligten gegen eine Zahlung der beiden Angeklagten von je 2500 Euro für wohltätige Zwecke ein. Es sei für alle Beteiligten heilsam, dass der Prozess auf diese Weise ende, sagte sie. Auch eine langwierige Beweisaufnahme hätte wahrscheinlich keine volle Klarheit gebracht, unter anderem, weil ein entscheidender Zeuge aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung stehe.
Eine Figur der blinden Justitia. © Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Anfang Juli 2020 war bei Arbeiten an Bord von «U35» in Kiel ein 24 Jahre alter Mitarbeiter der Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) getötet worden. Der Mann wurde in einem Schacht von einem einfahrenden Funkmast eingeklemmt. Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten vor, Sicherheitsvorschriften für das Ein- und Ausfahren des Fernmeldemasts am Turm des U-Boots nicht beachtet zu haben. So seien zwischen einer Abfrage, ob der Schacht frei sei, und dem Einfahren des Masts zwölf Minuten vergangen.

Den Havariebericht der Marine zu dem Unfall nannte die Richterin «fast eine Verteidigungsschrift» für die Angeklagten. Es werde von einem Organisationsversagen ausgegangen, das den Unfall ermöglicht habe. Die Marine habe Konsequenzen gezogen und ihre Vorkehrungen verbessert. Richterin, Staatsanwalt und Verteidiger waren sich einig in der Wertung, dass der Bericht die Schuld der Angeklagten mindere.

Die beiden 51 und 30 Jahre alten angeklagten Marineangehörigen sprachen der Familie des Unfallopfers noch einmal ihr Mitgefühl aus. Der Jüngere, der als Wachoffizier auf dem U-Boot tätig war, sagte, er bedaure zutiefst, dass er den Mann an Bord nicht schützen konnte. Der Ältere, der als Leiter der Werftgruppe 1 der Marine Verantwortung trug, sagte unter Tränen, das Geschehen belaste ihn extrem. Er könne den Schmerz der Eltern fühlen. (Az 598 Js 1674/21)

© dpa
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