HSV-Trainer Walter gesperrt: Kieler kommen zum Nordduell

Der gesperrte HSV-Trainer Walter vertraut beim Nordduell zwischen Hamburg und Kiel auf seine Assistenten. Holstein-Coach Rapp sieht sein Team durch die Verbannung des Kollegen nicht im Vorteil.
Training Hamburger SV
Hamburgs Trainer Tim Walter steht auf dem Trainingsplatz. © Marcus Brandt/dpa

Ausgerechnet Nordrivale Holstein Kiel könnte für den am Samstag trainerlosen Hamburger SV im Kampf um die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga zum Stolperstein werden. Denn ein Sieg in der Hansestadt «wäre brutal wichtig», sagte Holstein-Coach Marcel Rapp vor dem Nordduell (13.00 Uhr/Sky). Die Gäste stecken mitten in einer Ergebniskrise.

HSV-Trainer Tim Walter, der in der Partie im ausverkauften Volksparkstadion (57 000 Zuschauer) seine Rote Karte aus dem Spiel in Karlsruhe abbüßen muss, entgegnete kämpferisch: «Wir haben ein Spiel verloren. Der Blick geht nach vorne.»

Wo er die Begegnung verfolgen wird, ist für den 47 Jahre alten Coach von keiner großen Bedeutung. «Es wird irgendwo ein Plätzchen geben, wo ich entspannt Fußball gucken kann», sagte Walter. Nach seinem Platzverweis am vergangenen Sonntag wurde Walter mit einer Innenraumsperre für ein Spiel belegt. Er darf sich jeweils eine halbe Stunde vor und nach der Partie weder im Innenraum noch in den Umkleidekabinen, im Spielertunnel oder im Kabinengang aufhalten. Ein Kontakt zur Mannschaft ist während der gesamten Zeit verboten.

Einen Nachteil für sein Team sieht Walter darin aber nicht: «Ich habe keine Angst, die Verantwortung weiterzugeben. Das gehört zu Leadership dazu.» Mit Blick auf seine Assistenten Merlin Polzin, Filip Tapalovic, Julian Hübner sowie Sven Höh sagte der HSV-Coach: «Ich habe drei Jungs und einen Torwarttrainer. Die können alle Verantwortung übernehmen. Am Ende geht es nur um einen Namen, der auf dem Papier steht.»

Holstein-Coach Rapp sieht seine Mannschaft durch die Verbannung des Kollegen ohnehin nicht im Vorteil. Im Volkspark sei es angesichts der Atmosphäre ohnehin schwierig, zu den Spielern durchzudringen, sagte Rapp am Donnerstag in einer Pressekonferenz: «Da geht es eher um die Halbzeitanpassungen.» Und die könnten, wie auch in Kiel, im Trainerteam gelöst werden. Eine ähnliche Meinung vertrat auch Walter wenige Stunden später vor den Hamburger Journalisten.

Beide Teams schwächelten zuletzt. Der zweitplatzierte HSV zeigte beim 2:4 in Karlsruhe seine schlechteste Saisonleistung und verpasste eine große Chance, sich etwas von der Konkurrenz aus Darmstadt und Heidenheim abzusetzen. Die «Störche» sind seit der Winterpause noch nicht so recht in Fahrt gekommen. Aus den sieben Spielen seit Wiederbeginn gab es nur zwei Siege.

Die Kieler enttäuschten in den beiden vergangenen Partien bei den Abstiegskandidaten SV Sandhausen (1:1) und Jahn Regensburg (1:2). Das Ergebnis: Platz neun im Niemandsland der Tabelle. Rapp erkennt die Ergebniskrise seines Teams an, bekräftigte aber: «Man muss Ergebnis und Leistung trennen.» So sei die Leistung seiner Mannschaft gegen Regensburg in Ordnung gewesen. Darauf aufbauend könne auch in Hamburg ein Erfolg gelingen. Auch wenn der HSV für Rapp «den mit Abstand besten Kader der Liga» hat.

Dieser Kader zeigte sich zuletzt allerdings vor allem in der Defensive nicht von der besten Seite. Immerhin trainiert Kapitän Sebastian Schonlau, der beim KSC wegen einer Sprunggelenksverletzung gefehlt hatte, seit Mittwoch wieder individuell. Auch der zuletzt erkrankte Miro Muheim war am Donnerstag dabei. Javi Montero dagegen ist nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Karlsruhe Spiel gesperrt.

Auf einen Schonlau-Einsatz wollte sich Walter am Donnerstag nicht festlegen. Das werde «mit den Ärzten und mit dem Jungen» entschieden. Wichtiger für den Coach sei sowieso, wie man auf dem Platz zusammenstehe und nicht wer. 

In jedem Fall gehört Holstein Kiel nicht zu den Lieblingsgegnern der Gastgeber. Im ersten Zweitliga-Spiel in der HSV-Geschichte setzte es im August 2018 gleich eine 0:3-Heimpleite gegen Holstein. Überhaupt schafften die Hamburger in neun Zweitliga-Duellen nur einen Sieg. Im Hinspiel gab es nach einer hektischen Partie einen 3:2-Erfolg.

Der letzte HSV-Sieg vor heimischem Publikum gegen die Kieler datiert laut der Internetseite «fussballdaten.de» vom 25. November 1962. Das Endergebnis lautete 3:2. Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:0 war Uwe Seeler. Am Samstag wollen auch die weit mehr als 5000 mitreisenden Kiel-Fans dafür sorgen, dass Hamburg ein guter Landeplatz für die «Störche» bleibt.

© dpa ⁄ Stefan Flomm, dpa
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